Di., 11.03.2014

Telgte beteiligt sich an Aktionstag Zeichen für Tibet

Josef Kerklau, Klaus Köster und Bürgermeister Wolfgang Pieper (v.l.) brachten gestern ihre Unterstützung für ein freies Tibet zum Ausdruck.

Josef Kerklau, Klaus Köster und Bürgermeister Wolfgang Pieper (v.l.) brachten gestern ihre Unterstützung für ein freies Tibet zum Ausdruck. Foto: Meyer

Telgte - 

Die Selbstentzündungen – sie sind beinahe in Vergessenheit geraten. Dabei war die internationale Aufmerksamkeit noch vor Jahren auf Tibet und die chinesische Besatzungsmacht gerichtet. Derzeit aber, genau 55 Jahre nach dem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand, bei dem rund 87 000 Tibeter ums Leben kamen, liegt der Fokus der Weltöffentlichkeit auf anderen Krisenregionen.

Von Björn Meyer

Dabei ist die Lage in Tibet nicht unbedingt besser geworden. Aus diesem Grund hat sich auch die Verwaltung dazu entschieden, erstmals am in jedem Jahr am 10. März stattfindenden Aktionstag für Tibet teilzunehmen und gestern die tibetische Flagge vor dem Rathaus zu hissen.

„Hier wird ein ganzes Volk unterdrückt“, stellte Bürgermeister Wolfgang Pieper fest, dass er relativ schnell seine Unterstützung zugesagt habe, nachdem Mitglieder der Tibet-Initiative Deutschland auf ihn zugekommen seien. Die Initiative wurde 1989 von Tibetern gegründet und wird mittlerweile bundesweit von über 2000 Mitgliedern unterstützt.

Dass es auch heute noch wichtig sei, auf die Missstände in Tibet aufmerksam zu machen, davon ist Klaus Köster von der Regionalgruppe Münster überzeugt: „Tibeter wurden gezwungen, chinesische Flaggen auf ihrem Haus zu hissen. Als sie das nicht taten, wurden sie verhaftet. Auch Folter mit kaum vorstellbarer Gewalt ist an der Tagesordnung“, sagt Köster zu den Menschenrechtsverletzungen im oft als Dach der Welt bezeichneten Gebiet in Zentralasien.

Dass mittlerweile über 1200 Kommunen in Deutschland an dem Aktionstag teilnehmen, freut dabei übrigens nicht jeden. Laut einem Bericht der taz haben chinesische Diplomaten in diesem Jahr ganz gezielt versucht, die Kommunen davon zu überzeugen, nicht an der Aktion teilzunehmen. Tibet sei kein besetztes Land, sondern seit dem 13. Jahrhundert Teil Chinas, schreibe die chinesische Botschaft auf ihrer Internetseite. Die Schneelöwenfahne stehe für die „rundum unrechtmäßige“ Exilregierung.

Andere haben zum stets gewaltlosen Widerstand der Tibeter eine andere Meinung. So auch Pieper, der ankündigt „dass die Aktion in Telgte zu einer guten Gewohnheit werden kann.“

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