Sa., 08.11.2014

Praktische Erfindung Schlips mit Elementarteilchen

Computerfachmänner und Erfinder: Michael Doths (l.) und Norbert Beetz haben sich einer praktischen und unsichtbaren Hilfe für die perfekt sitzende Krawatte gewidmet.

Computerfachmänner und Erfinder: Michael Doths (l.) und Norbert Beetz haben sich einer praktischen und unsichtbaren Hilfe für die perfekt sitzende Krawatte gewidmet. Foto: Meyer

Westbevern - 

Als der IT-Berater Norbert Beetz sich vor vier Jahren beim Besuch eines Kunden gerade die Hände wusch, kam ihm eine Idee. Es müsse doch etwas geben, das die Krawatte so am Hemd fixiert, dass sie „nicht im Waschbecken, der Suppe oder dem Kaffee hängt“, sagt der ehemalige Telgter, der heute in Münster lebt, und fügt an: „Abseits der Krawattenklammer, denn die ist für viele nicht das Nonplusultra.“

Von Björn Meyer

Als der IT-Berater Norbert Beetz sich vor vier Jahren beim Besuch eines Kunden gerade die Hände wusch, kam ihm eine Idee. Es müsse doch etwas geben, das die Krawatte so am Hemd fixiert, dass sie „nicht im Waschbecken, der Suppe oder dem Kaffee hängt“, sagt der ehemalige Telgter, der heute in Münster lebt, und fügt an: „Abseits der Krawattenklammer, denn die ist für viele nicht das Nonplusultra.“ Beetz lächelt, wenn er an damals denkt, denn gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Michael Doths aus Westbevern glaubt er, die Lösung gefunden zu haben.

Doch Schlag auf Schlag ging das nicht. Gemeinsam tüftelte man an einer Idee, 2011 hatte die beiden schließlich einen ersten Prototypen hergestellt. Mitte 2012 ließen sich die beiden das Gebrauchsmuster schützen. Fertig war das endgültige Produkt zu dieser Zeit noch keineswegs. Klar war nur, wie es ungefähr aussehen sollte: Ein eingewebter Magnet wird hinter der Hemdleiste zwischen zwei Knöpfen eingeknöpft. Ein weiterer mit Stoff ummantelter Magnet wird an das an der Rückseite der Krawatte befindliche Schildchen befestigt – voilà. „Die Krawatte sitzt, sozusagen das Drei-Wetter-Taft für den Herrn“, scherzt der 43-jährige Beetz.

Doch die Idee ist das eine, die Umsetzung etwas völlig anderes: „Wir sind erst danach losgegangen, haben Material hinterfragt und Produzenten gesucht“ erzählt Michael Doths (44). Dabei gestalteten sich die Gespräche bisweilen amüsant bis schwierig. Aus Angst, die Idee könne doch noch geklaut werden, redeten die beiden IT-Berater „um den heißen Brei herum“, wie Beetz mit einem Schmunzeln gesteht. Doch die Sorge war unbegründet: Man traf auf einen Produzenten aus Wuppertal. Und auch wenn dieser „die Idee so aufnahm und umsetzte, als sei es seine eigene“, Doths und Beetz sind stolz darauf, dass alles an dem fertigen Produkt ihre ganz persönliche Hirnleistung ist. Das, so sagt Michael Doths, sei ihnen besonders wichtig.

Die Wahl bei der Stoffummantelung der Magneten fiel letztlich auf das von Etiketten bekannte Material. „Das ist flexibel, lässt sich millimetergenau schneiden und stört nicht beim Tragen. Kurzum, es erfüllt alle Voraussetzungen“, erklärt Doths die Entscheidung. Zudem liegt dem Produkt ein magnetisches Schildchen bei, das sich auf Wunsch ans Revers heften lässt. Darauf steht standardmäßig der Produktname. Ab einer gewissen bestellten Stückzahl lasse sich aber auch ein belieber anderer Name auf das Produkt platzieren, haben die beiden Erfinder für den Fall eines Großkundenauftrags vorgedacht.

Auffällig ist die relativ große, edel gestaltete Verpackung für den kleinen unscheinbaren Alltagshelfer. Das, so erklären die beiden unisono, sei nicht allein aus Präsentationszwecken, sondern vor allem aufgrund der magnetischen Felder im Inneren erforderlich. „Wir wollen ja kein Postzentrum lahmlegen“, verdeutlicht Beetz, was es für die beiden alles zu bedenken galt.

Um ihr Produkt, das bislang nur im Internet vertrieben wird, bekannt zu machen, verschickten die beiden Urheber Exemplare an Internetshops und Persönlichkeiten wie Günter Jauch und Oliver Bierhoff. Doch auch in Geschäften möchte man demnächst vorstellig werden.

Bis wirklich jeder ein mag´n´tie, so heißt das Produkt, im Schrank hat, wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen. „Wir können uns um die Vermarktung nicht jeden Tag kümmern, wir haben ja auch noch einen Job“, sagt Norbert Beetz lächelnd, während die Erfindung, in die er und Michael Doths unzählige Stunden gesteckt haben, durch seine Finger kreist.

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