Baugebiete in Westbevern-Dorf und Vadrup
Bedenken gegen Pläne

Westbevern -

Das Thema Baulandentwicklung in Westbevern bewegt die Anlieger der Flächen, die der Rat als potenzielle Entwicklungsareale ins Auge gefasst hat. Das wurde am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung deutlich. Über 80 Interessierte kamen dabei zusammen.

Mittwoch, 15.06.2016, 12:06 Uhr

Über 80 Anlieger und Interessierte kamen im Rathaus zusammen, um bei einer Infoveranstaltung unter anderem von Bürgermeister Wolfgang Pieper mehr über die Baugebietsplanungen im Dorf und in Vadrup zu erfahren.
Über 80 Anlieger und Interessierte kamen im Rathaus zusammen, um bei einer Infoveranstaltung unter anderem von Bürgermeister Wolfgang Pieper mehr über die Baugebietsplanungen im Dorf und in Vadrup zu erfahren. Foto: Große Hüttmann

Konkret geht es um zwei Baugebiete , die am Donnerstag (ab 17 Uhr im Rathaus) auch im Planungsausschuss eine Rolle spielen: Die Verlängerung des Lütken Esch in Richtung Haus Langen um etwa 27 Wohneinheiten und das Areal um den Bolzplatz Lütken Heide in Vadrup . Dort sind in drei Abschnitten etwas mehr als 50 Wohneinheiten geplant.

Eine immer wieder gestellte Forderung war, dass die Baugrundstücke vorrangig dem Westbeverner Bedarf zur Verfügung stehen sollten. Die Stadt sei gefordert, entsprechende Vorgaben zu machen.

Vor allem bezüglich des geplanten Baugebietes am Lütken Esch gab es zahlreiche Nachfragen und Bedenken. Immer wieder wurde die Frage aufgeworfen, ob die schmale Siedlungsstraße überhaupt geeignet sei, weiteren Verkehr aufzunehmen. Zudem äußerten Anlieger Bedenken, dass spielende Kinder – nicht zuletzt durch den Baustellenverkehr – gefährdet werden könnten.

Bürgermeister Wolfgang Pieper betonte, dass sich das Projekt noch am Anfang der politischen Diskussion und Abstimmung mit anderen Behörden befinde. In diesem Zusammenhang werde auch die Erschließungsfrage geklärt. Eine Anregung war, den südlich der Hofstelle Gerbert gelegenen Wirtschaftsweg zur Erschließung, zumindest aber während der Bauphase als Entlastungstrasse zu benutzen.

Die Nähe zum Naturschutzgebiet Haus Langen war ein weiterer Punkt. Die Frage sei, ob Flora und Fauna durch ein solches Projekt nicht nachhaltig gestört würden. Auch diesbezüglich verwies Pieper auf die Möglichkeit der Anlieger, innerhalb des Planungsprozesses ihre Anregungen und Bedenken geltend zu machen, die dann von der Politik abgewogen werden müssten.

Geplant sind nördlich und südlich des Lütken Esch in Richtung Haus Langen 27 Einfamilienhäuser, die über das bestehende Straßennetz angeschlossen werden sollen. Ein fünf Meter breiter Grünstreifen soll Teile des neuen Areals vom Altbestand trennen.

Deutlich größer wird das Vorhaben in Vadrup ausfallen, das zeigten erste Entwürfe. In drei Abschnitten sollen rund um den Bolzplatz an der Lütken Heide über 50 Häuser entstehen. Die Verwaltung geht davon aus, dass durch die Einteilung in Abschnitte über mehrere Jahre für Bauwillige entsprechende Flächen zur Verfügung stehen. Das war auch eine Idee von Anlieger Karl-Heinz Jung während der Versammlung.

In Vadrup, das zeigten die Nachfragen, spielen vor allem der Naturschutz und die Oberflächenwasser-Problematik eine große Rolle. Eine Anliegerin sprach von seltenen Tierarten, unter anderem Steinkäuzen und Schleiereulen, die in dem Idyll eine Bleibe gefunden hätten. Nachdem vor zwei Jahren etliche Bewohner des Gebietes am Heidkamp Probleme mit Oberflächenwasser hatten, wurde bei der Versammlung zudem mehrfach der Ruf nach adäquaten Schutzmaßnahmen laut.

Bürgermeister Wolfgang Pieper sagte mit Blick auf die kritischen Stimmen: „Ich verstehe Ihre Bedenken, aber Sie sollten auch an die Bauwilligen denken. Im Rahmen der Dorfwerkstatt wurde immer wieder der Wunsch nach Flächen geäußert, dem kommen wir jetzt nach.“

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