Mo., 10.04.2017

Premiere von Dreiklang Dimensionen Musik, Kunst und Anarchie

In ungewöhnlicher Umgebung hatten sich viele Interessierte zu einer auch eher ungewöhnlichen Veranstaltung zusammengefunden. Neben Musik gab es auch einige Interviews, unter anderem mit Michael B. Ludwig (kl. Bild) zu hören.

In ungewöhnlicher Umgebung hatten sich viele Interessierte zu einer auch eher ungewöhnlichen Veranstaltung zusammengefunden. Neben Musik gab es auch einige Interviews, unter anderem mit Michael B. Ludwig (kl. Bild) zu hören. Foto: Hasenkmap

Telgte - 

„Musik und Talk an ungewöhnlichen Orten in Telgte“ verspricht die Reihe „Dreiklang Dimensionen“, die Marion und Arnold Illhardt als „Farasan Telgte“ in Angriff genommen haben. Der Auftakt fand am Samstag zwischen Hebebühnen und Ablass-Schrauben in der Autowerkstatt von Ludger Rüter im Gewerbegebiet am Orkotten statt.

Von Dr. Andreas Hasenkamp

Musikalisch gab es eine improvisierte Premiere: Wie geplant war Lisa Tuyala gekommen, die Jazzsängerin mit Wurzeln in Münster, die Texte und Musik der afrikanischen Diaspora mitgebracht hatte. Für verhinderte Musiker sprangen Tomi Basso am Schlagzeug und Dieter Kuhlmann am Kontrabass ein. Und es gelang ihnen, sich auf Tuyalas Inhalte einzustellen. Die Sängerin sensibilisierte im Interview mit Moderator Arnold Illhardt für Äußerungen, die, nicht unbedingt bewusst, Rassismus transportieren.

Illhardt zweiter Interviewpartner war der Soziologe Dr. Bernd Drücke aus Münster, Redakteur der Monatszeitung Graswurzelrevolution, bekannt als Hausbesetzer und Mitbegründer eines Wohnprojekts von etwa 60 Menschen. Um Idee und Praxis der Anarchie ging es hier, also um die Abwesenheit von Herrschaft, des Verhältnisses von Über- und Unterordnung, von Beherrschen und Beherrscht werden. Anarchie wolle „freiheitlichen Sozialismus“, den freien Zusammenschluss von Menschen, die ihre Angelegenheiten ohne Staat regeln. Ein Beispiel dafür sei das Wohnprojekt, auch die Monatszeitung – und das Gespräch auf eben dieser Bühne in der Autowerkstatt. „Magie der Anarchie“, so hatte Illhardt Teil zwei betitelt – das war mehr dem Reiz des Reims geschuldet als dem Inhalt, den Drücke als Werk zwischen Menschen schilderte.

Als Dritten im „ Dreiklang“ sprach Illhardt mit dem Aktionskünstler Michael B. Ludwig. Seine Aktionskunst gehöre zu jener, sagte Ludwig, die Sozialkritik künstlerisch betreiben will. Ein Beamer erschloss Beispiele. Grantig wurde der vielseitige Künstler, als es um die Kulturpolitik in der Stadt ging. Klarer Tenor: Für die freie Kulturszene müsse die Stadt mehr tun.

Für den Oktober ist die nächste Veranstaltung von „Dreiklang Dimensionen“ geplant, im Fotoatelier Heller.

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