Sa., 08.07.2017

Bürgermeister auf Reisen mit dem Riga-Komitee Mahnung für alle Zeit

Seit 2015 ist auch die Stadt Telgte mit einem Schriftzug in der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki vertreten.

Seit 2015 ist auch die Stadt Telgte mit einem Schriftzug in der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki vertreten. Foto: privat

Telgte - 

Zutiefst bewegt ist Bürgermeister Wolfgang Pieper von Gedenkstätten in Lettland zurückgekehrt, die auch für die Telgter Geschichte eine große Rolle spielen.

Von Montag bis Donnerstag hat Bürgermeister Wolfgang Pieper an einer Gedenkreise des Riga-Komitees gemeinsam mit Delegationen anderer Kommunen teilgenommen. Nach seiner Rückkehr äußerte sich Pieper tief bewegt gegenüber unserer Zeitung. „Besonders berührend sind die vielen persönlichen Zeugnisse aus dem Rigaer Ghetto und von überlebenden deutschen Juden, die uns während der Tage in Riga nahegebracht wurden.“

Gerade die Gedenkstätte im Wald von Bikernieki, wo während des Nationalsozialismus über 25 000 Juden ermordet wurden, sei gleichsam eindrucksvoll wie berührend gewesen, so Pieper. „Dargestellt wird diese unmenschliche Tat durch Hunderte individueller Steine, die wie in eine Grube gestellt die Assoziation an die dort umgebrachten Menschen erweckt. Seit 2015 ist dort auch Telgte durch eine Steintafel vertreten“, so der Bürgermeister.

Bemerkenswert sei auch, wie sich Erinnerungskultur in Lettland auch heute noch schwierig gestalte, weil einerseits die sowjetische Okkupationszeit im Vordergrund stehe und nicht die des deutschen Nationalsozialismus. Zum anderen sei die Rolle lettischer Kollaborateure noch immer mit Tabus belegt, so Pieper, für den sich die Gräueltaten der Nationalsozialisten mit den konkreten Bezügen zu Telgte verknüpfen lassen: „Erinnerungsarbeit und Gedenken sind als Auftrag an uns Heutige zu verstehen, die Kenntnis der Umstände und Ereignisse der Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes in Deutschland und damit das Bewusstsein dieser Wunde in unserer eigenen Geschichte wach zu halten, um letztlich unsere Haltung sowie die Entscheidungen von heute und morgen daraus abzuleiten.“

Neben den Fahrten zu zahlreichen Gedenkorten stand für die Teilnehmer der Fahrt auch ein Treffen mit dem deutschen Botschafter Rolf Schütte sowie ein Vortrag von Margers Verstermanis (92). Er war im Alter von 17 Jahren im Rigaer Ghetto und ist laut Pieper ein „lettischer Streiter für das Erinnern und Gedenken an das Schicksal der lettischen und der deutschen Juden in Riga.“

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4991597?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F