Mi., 26.07.2017

Feuerwehr und Provinzial empfehlen Flutbox Wenn der nasse Albtraum kommt

Appell zur Vorsorge: (v.l.) Thomas Probst (Karthaus + Engberding), Alfons Huesmann (Stadtbrandmeister), Oliver Pahl und Marc Borgmann (beide Provinzial) mit der Flutbox, die sich interessierte Bürger bei der Feuerwehr genau anschauen können.

Appell zur Vorsorge: (v.l.) Thomas Probst (Karthaus + Engberding), Alfons Huesmann (Stadtbrandmeister), Oliver Pahl und Marc Borgmann (beide Provinzial) mit der Flutbox, die sich interessierte Bürger bei der Feuerwehr genau anschauen können. Foto: Meyer

Telgte - 

Wenn der Keller voll läuft, kommt die Feuerwehr. Nur wann? Stadtbrandmeister Alfons Huesmann rät daher, sich über die Anschaffung einer sogenannte Flutbox Gedanken zu machen.

Von Björn Meyer

Das Datum wird vielleicht kaum jemandem noch etwas sagen. Der 28. Juni 2014 schien ein ganz normaler Tag zu sein – bis es plötzlich anfing zu regnen. So stark, dass das Kanalsystem vielerorts im Münsterland überlastet war. In Telgte liefen an diesem Nachmittag 360 Keller voll, in Münster waren es Tausende.

„Das war natürlich extrem“, sagt Stadtbrandmeister Alfons Huesmann rückblickend. Nicht nur die Bürger in ihren Häusern, auch die Feuerwehr war an diesem Tag überfordert, schließlich konnten die freiwilligen Helfer nicht an allen Orten gleichzeitig sein. Und das gilt auch, wenn es nicht so extrem wird. „Selbst wenn 20 Keller volllaufen, können wir nicht so schnell überall sein, wie wir das möchten“, sagt Huesmann. Aus diesem Grund rät die Feuerwehr in NRW gemeinsam mit der Provinzial-Versicherung sich eine sogenannte Flutbox anzuschaffen, die Mietern und Eigentümern die Chance geben soll, im Falle eines Falles die Schäden durch Wasser im Haus zu minimieren.

Denn wenn das Wasser steigt „dann kann man ohne Pumpe nur zusehen“, sagt Oliver Pahl von der hiesigen Provinzial. Genau dagegen soll die Flutbox helfen. Denn in ihr ist eine Pumpe, die bis zu 11 000 Liter in der Stunde bewegen kann. Das sind je nach Badewanne rund 50 bis 100 Badewannenfüllungen. „Das ist wirklich etwas Hochwertiges, was ich so im Baumarkt gar nicht bekomme“, sagt Stadtbrandmeister Alfons Huesmann, während er die weiteren Funktionen erklärt. 15 Meter lang ist das Kabel der Pumpe, um im Ernstfall eine trockene Steckdose zu erreichen. Zudem wird zur Sicherheit ein extra Personenschutzschalter mitgeliefert. 12,5 Meter lang ist der Schlauch, durch den die Pumpe das Wasser ins Freie befördern soll.

Die graue Box wirkt derweil als eine Art Filter, damit die Pumpe nicht verstopft. „In ihr kann die Pumpe das Wasser bis auf eine Höhe von acht Zentimetern abpumpen“, erklärt Huesmann. Nimmt man die Pumpe dann heraus, pumpt sie bis auf eine Höhe von zwei Zentimeter das Wasser ab. „Das ist wirklich durchdacht“, lobt Huesmann und bietet an, dass interessierte Bürger sich die Box, die die Provinzial jeder Feuerwehr in NRW zur Verfügung gestellt hat, im Feuerwehrgerätehaus anschauen und erklären lassen können. Zudem soll sie auch beim Tag der offenen Tür in Westbevern (27. August) zu sehen sein.

In Telgte wird die Box von der Karthaus + Engberding GmbH für 299 Euro vertrieben. Obendrauf gibt es zudem zehn leere Sandsäcke.

„Wenn die Menschen sich erst einmal selber helfen können, erleichtert das im Ernstfall unsere Arbeit“, sagt Huesmann, während Oliver Pahl betont: „Wir möchten die entstehenden Schäden bei Starkregen möglichst eindämmen.“ Dabei gehe es ja nicht nur um finanzielle, sondern häufig auch um emotionale Werte. „Läuft so ein Keller voll, ist alles, was darin ist, zerstört“, sagt Huesmann. Er legt Wert darauf: „Die Pumpe wird nicht schlecht, und irgendwann braucht man sie.“

 

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