600 beim Religio-Gartenfest
Weltreligionen im Einklang

telgte -

Das Gartenfest des Museums Religio hat Berührungspunkte zwischen Religionen ins Bewusstsein der Besucher gerückt – vielleicht sogar überraschende . . .

Montag, 31.07.2017, 18:07 Uhr

Das Ensemble El Raudha aus Osnabrück begeisterte die Besucher beim ersten „Treppenkonzert“ im Rahmen des Gartenfestes des Religio.
Das Ensemble El Raudha aus Osnabrück begeisterte die Besucher beim ersten „Treppenkonzert“ im Rahmen des Gartenfestes des Religio. Foto: Klaffke

„Salam Allah `ala ibn Maryam“ – „Friede auf Marias Sohn.“ Ganz neue Töne klangen durch das Treppenhaus des Museums Religio, als am Sonntag das Ensemble El Raudha im Rahmen des Gartenfestes des Museums sufische Gesänge präsentierte. Diese waren unter anderem geprägt vom Motto dieses Festes: „Begegnung der Religionen“. Diese Begegnung zeigte den beeindruckten Zuhörern, dass die großen Weltreligionen sich tatsächlich in ihrem Glauben überschneiden und gar nicht so fern voneinander sind, wie viele glauben.

Die arabischen Texte, die teils von Dichtern des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch von den fünf jungen Studenten der islamwissenschaftlichen Fakultät der Universität Osnabrück stammten, trugen sie mit Tamburin und Trommeln mitreißend vor. Es waren auch Verse in deutscher Sprache dabei. Die Zuschauer waren sichtlich angetan, und auch auf der Kapellenstraße sammelten sich Passanten, um den Gesängen der mystischen Richtung des Islam zu lauschen.

Museumsleiterin Dr. Anja Schöne hatte zuvor die Gäste im Garten des Religio begrüßt und war selbst überrascht vom Ansturm auf die Ausstellung „Gott³“: „Wir hatten eigentlich mit fünf Führungen durch die Ausstellung gerechnet, aber wir mussten zwei Mal die Gruppen teilen, so groß war der Andrang“, sagte Schöne und freute sich, dass rund 600 Besucher gekommen waren. Die Ausstellung konnte unter der Leitung von Schöne und Arnold Michels besichtigt werden.

Das Gartenfest stand dieses Jahr zum ersten Mal unter einem Motto. „Diese Begegnung der Religionen findet einerseits musikalisch durch unser großes Programm an christlicher, muslimischer und indischer Musik statt, andererseits durch das vielfältiges kulinarisches Angebot“, erklärte Schöne. Dies war durch ein trialogisches Buffet verwirklicht worden. Das Angebot bestand unter anderem aus jüdischen Hamam-Taschen, Datteln in muslimischer Tradition und einem Potpourri an eritreisch-christlichen Speisen, die Geflüchtete aus dem ostafrikanischen Land unter der Anregung von Arnold Michels vom Verein Zib zubereitet hatten. Außerdem gab es Kuchen und Kaffee vom Leprakreis, dessen Einnahmen Leprakranken in Äthiopien zugute kommen, sowie Würstchen vom Grill. Neben den Führungen durch die Ausstellung konnten sich Interessierte an einem Stand der jüdischen Gemeinde Münster informieren.

Am Abend trat dann die Sopranistin Yuan Yuan Lu unter der Begleitung der Pianistin Sona Javarova vor dem Hungertuch des Museums auf und präsentierte christliche Musikrichtungen, danach wurde eine Sitarimprovisation über Indien und Interreligiöse Aspekte von Sigrun Menzel (Tapura) und Dr. Norbert Ammermann (Sitar) vorgetragen. Zum Schluss gab es eine gemeinsame Improvisation der Musiker aus allen drei Richtungen.

Für die jüngeren Besucher war ein eigenes Programm vorbereitet worden. Die Kunst- und Religionsgeschichtsstudentin Lilia Hort führte die Kinder bei einem Workshop mit dem Thema „Christentum und Licht“ erst in die Gnadenkapelle und in die Clemenskirche, wo sie den jungen Zuhörern die Bedeutung der Kerzen und des ewigen Lichts sowie der Kirchenfenster erklärte. Danach hatten die Kinder die Möglichkeit, Bienenwachskerzen zu basteln und zu verzieren.

Museumsleiterin Schöne zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf die vielfältigen Angebote der Veranstaltung. Das Wetter spielte ebenfalls mit, die Sonne zeigte sich durchgängig und sorgte für angenehme Temperaturen im Museumsgarten.

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