Do., 12.10.2017

Kirche des Rochus-Hospitals saniert Spanischer Schiefer für die Kapelle

Die Kapelle des Rochus-Hospitals hat ein neues Schieferdach erhalten. Daniel Freese (li.) und Markus Remmer sind froh, dass die Renovierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss stehen.

Die Kapelle des Rochus-Hospitals hat ein neues Schieferdach erhalten. Daniel Freese (li.) und Markus Remmer sind froh, dass die Renovierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss stehen. Foto: -stk-

Telgte - 

Umfangreich ist die Kirche am Rochus-Hospital saniert worden. Weithin sichtbar ist das glänzende Dach, das eine Firma aus dem Sauerland mit spanischem Schiefer neu gedeckt hat. Aber auch im Innern der Kapelle hat sich einiges getan. Nicht nur der neue Anstrich fällt sofort ins Auge.

Von Stefan Flockert

Daniel Freese erinnert sich noch genau an den Moment, als klar wurde, dass das Schieferdach der Kirche am Rochus-Hospital dringend erneuert werden muss. „Man konnte mit dem blanken Finger durchstechen. So marode war es“, erzählt der kaufmännische Direktor der Einrichtung. Es habe auch schon durchgeregnet, fügt der technische Leiter Markus Remmer hinzu. Dringender Handlungsbedarf bestand.

Nicht wirklich einfach war es, eine auf Schieferdächer spezialisierte Firma zu finden. Da war es nur logisch, einen Blick in Richtung Sauerland zu werfen. Wer kennt sie schließlich nicht, die weiß-schwarzen Fachwerkhäuser mit Schieferdach, die das Bild in dieser Region prägen. In Brilon wurden die Verantwortlichen fündig. Die Firma Prange konnte mit der Empfehlung aufwarten, das Dach des früheren Gästehauses der Bundesregierung auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn, dem heutigen Hotel Petersberg, neu eingedeckt zu haben. Überhaupt eilte dem Unternehmen der Ruf voraus, ein Spezialist für Schieferkirchendächer zu sein.

Eigentlich sollte der Startschuss bereits 2016 fallen. Doch die Auftragsbücher der Briloner waren derart voll, dass die Dachsanierung an der Kapelle auf 2017 verschoben werden musste. Im Februar ging es dann endlich los. 850 Quadratmeter Dach mussten mit den seidig-schimmernde Steinen gedeckt werden. Hinzu kamen 40 Quadratmeter am Turm. Ein aufwändiges Unterfangen: Jeder einzelne, der 22 bis 32 Zentimeter großen Steine – der Dachdecker sagt nicht Schindel oder Pfanne – des in Jahrmillionen tief unter der Erde gereiften Sedimentgesteins musste einzeln angenagelt werden.

Und wo hat der am Rochus verbaute Schiefer soll lange in der Erde verborgen gelegen. Im Sauerland? Weit gefehlt. In Spanien. „Ganz einfach“, sagt Dachdeckermeister Benedikt Egert von der Firma Prange auf die Frage, weshalb kein deutscher Schiefer verwandt wurde: „Der heimische Schiefer ist rund ein Drittel teurer.“

„Mit der Ausführungsqualität sind wir sehr zufrieden“, resümiert sich Markus Freese. Allerdings habe das Ganze doch länger gedauert als gedacht. Der Schiefer liegt nun. Fertig ist die Firma Prange aber nicht ganz. Noch fehlt ein kleines Kupferdach, weshalb eine Seite der in ihrer heutigen Form 1958 errichteten Kirche auch noch eingerüstet ist.

Im Zuge der Dachdeckerarbeiten wurde auch die Turmuhr mit Blattgold erneuert. Neu ist zudem die Schallluke, durch die die Klänge der Glocke nach außen dringen.

Auch der Innenraum der Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Die hauseigenen Maler haben das Gotteshaus in mühsamer Kleinarbeiten samt vieler Verzierungen neu gestrichen. Die Orgelbaufirma, die das Instrument im Jahr 1958 eingebaut hat, hat es nun auch gewartet. Zudem wurden die zwei Sandsteinfiguren des Heiligen Rochus und des Heiligen Josef, die bis zum Abriss im Jahr 2010 in den Giebeln des Konvents Maria Hilf ihren Platz hatten, in den Vorraum der Kapelle integriert.

Wie sich die Kirche entwickelt hat, wird am östlichen Eingang dokumentiert. An einem Stück offenem Mauerwerk ist erkennbar, welche Gesteinsarten im Laufe der Jahrhunderte dort verbaut worden sind. Erstmals erwähnt worden ist die Kapelle im 15. Jahrhundert.

Die Gesamtkosten für die Erneuerung – innen und außen – belaufen sich auf 300 000 Euro. „Wir freuen uns besonders, dass sich die Ordensgemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen aus freien Stücken darin beteiligt haben“, sagt Daniel Freese. 1844 hatte Pater Christoph Bernsmeyer in Telgte deren Ordensgemeinschaft gegründet. Deshalb fühlten sie sich dem Rochus immer noch sehr verbunden, so Freese.

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