Funker berichten vom Katholikentag
Ländergrenzen gibt es nicht

Albersloh/Münster -

Der Albersloher Dirk Thelen hat im Mai gemeinsam mit anderen eine besondere Mission: Der Funkamateur berichtet mit anderen Hobbykollegen aus dem Großraum Münster vom Katholikentag in der Domstadt. Vom 9. bis zum 13. Mai wollen die Funkamateure fast rund um die Uhr vor ihren Geräten sitzen und das Großereignis per Funkwellen rund um den Globus bekannt machen.

Mittwoch, 04.04.2018, 06:04 Uhr

Dirk Thelen aus Albersloh (5.v.r.) und seine Hobbykollegen aus dem Großraum Münster tragen per Funk den Katholikentag, der auch vor dem Dom stattfindet, in alle Welt.
Dirk Thelen aus Albersloh (5.v.r.) und seine Hobbykollegen aus dem Großraum Münster tragen per Funk den Katholikentag, der auch vor dem Dom stattfindet, in alle Welt. Foto: Große Hüttmann

Ein Kontakt an diesem Abend mit Dirk Thelen aus Albersloh ist weit über alle Ländergrenzen hinweg heiß begehrt. Der Funkamateur ist aktuell ein besonders gefragter Funkpartner, denn er vertritt zusammen mit anderen Hobbykollegen aus dem Großraum Münster „DQ2018KTMS“. Was sich ein wenig kryptisch anhört, ist das Sonderrufzeichen für den Deutschen Katholikentag, das die Ortsvereine der Funkamateure aus dem Raum Münster eigens für diesen Anlass genehmigt bekommen haben. Das ganze Jahr über wird unter diesem Rufzeichen relativ regelmäßig Betrieb gemacht. Vom 9. bis zum 13. Mai, wenn der Katholikentag läuft, wollen die Funkamateure sogar fast rund um die Uhr vor ihren Geräten sitzen und das Großereignis per Funkwellen rund um den Globus bekannt machen.

So ein Sonderrufzeichen hat für Funkamateure weltweit eine große Bedeutung, denn es wird nur für bestimmte Großereignisse und Veranstaltungen sowie einen genau definierten Zeitraum genehmigt. Insofern können sich Ersin Oskay und seine Hobbykollegen sicher sein, dass es, wenn sie „CQ CQ CQ DQ2018KTMS“ rufen – mit der CQ-Abkürzung suchen die Funkamateure Gesprächspartner – nicht lange dauert, bis sich Gleichgesinnte melden. Mehr als 1000 Funkverbindungen füllen bereits das sogenannte Logbuch. Darin wird jeder Kontakt festgehalten. Vornehmlich haben sich bislang europäische Stationen gemeldet, aber auch Funkverbindungen in die USA und nach Japan sind bereits in den Unterlagen zu finden. Am Jahresende hoffen die Funkamateure auf Tausende Kontakte weltweit.

Angesichts der Bedeutung des Katholikentages für Münster haben sich die Funkamateure aus der Region bereits frühzeitig bei der Bundesnetzagentur um das Sonderrufzeichen bemüht. „Wir wollten uns als Funkamateure ebenfalls am Katholikentag beteiligen“, sagt Ersin Oskay. Als das Sonderrufzeichen genehmigt war, hat der Telgter Holger Rüschenschulte dafür eigens eine sogenannte QSL-Karte entworfen. Diese „Postkarten für Amateurfunkverbindungen“ haben für Hobbykollegen rund um den Globus eine besondere Bedeutung. Denn mit einer solchen Karte wird nicht nur die jeweilige Funkverbindung offiziell bestätigt, sondern zugleich sind vor allem Karten von solchen Sonderrufzeichen oft begehrte Sammelobjekte.

Doch die Mitglieder der verschiedenen Ortsvereine aus der Region Münster wollen es nicht allein beim Funken bewenden lassen. Mit einem Stand wollen sie am Katholikentag teilnehmen und ihr Hobby dadurch bekannter machen. Denn Ländergrenzen sind für Funkamateure seit jeher keine Hindernisse, vielmehr werden Kontakte – losgelöst von politischen Systemen oder möglichen Hemmnissen – weltweit gepflegt. „Funken verbindet über alle Grenzen hinweg“, sagt Ersin Oskay. Insofern passe das Motto des Katholikentages „Frieden suchen“ perfekt zu diesem Hobby.

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