Brand am Sperberweg in Telgte
Anklage wegen versuchten Mordes

Telgte -

Vor dem Landgericht Münster muss sich im Juni ein junger Syrer verantworten, der seine Wohnung am Sperberweg in Telgte am 1. Oktober 2017 selbst in Brand gesteckt haben soll. Ihm droht eine empfindliche Strafe.

Mittwoch, 11.04.2018, 21:37 Uhr

Brand am Sperberweg in Telgte: Anklage wegen versuchten Mordes
Foto: Große Hüttmann

Der junge Syrer, der am 1. Oktober gegen 1 Uhr nachts in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Sperberweg Feuer gelegt haben soll, muss sich ab dem 8. Juni vor dem Landgericht Münster verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf versuchten Mord in sechs tateinheitlichen Fällen, besonders schwere Brandstiftung, gefährliche Körperverletzung und schweren Betrug. Fünf Verhandlungstage wurden angesetzt.

Ganz entscheidend für die Strafzumessung wird sein, ob bei zum Tatzeitpunkt 20-jährige Mann Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt. „Beim Erwachsenenstrafrecht liegt der Strafrahmen bei versuchtem Mord bei drei bis 15 Jahren, bei Jugendstrafrecht zwischen sechs Monaten und zehn Jahren“, erläuterte Richter Dr. Daniel Stenner, Pressesprecher des Landgerichts. „Die Aufgabe des Richters wird es sein, den konkreten Einzelfall zu bewerten und in den Strafrahmen einzuordnen.“ Dabei sei es auch eine „Gesamtwürdigung“ der persönlichen Situation des Täters notwendig.

Schwerer Versicherungsbetrug

Wegen versuchten Mordes werde der junge Mann angeklagt, weil er laut Staatsanwaltschaft billigend in Kauf genommen habe, dass die im Haus befindlichen Bewohner nicht mehr rechtzeitig das Gebäude hätten verlassen können. Fünf Menschen schafften es am 1. Oktober selbstständig ins Freie, eine Person musste von der Feuerwehr mit der Drehleiter von einem Balkon gerettet werden. Zwei Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. Daraus resultiert der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung.

Vor der Tat hatte der Angeklagte eine Hausratversicherung abgeschlossen. Nach dem Brand habe er, so die Staatsanwaltschaft, bei der Versicherung völlig überhöhte Schadenspositionen eingereicht. Teils seien diese sogar völlig erfunden gewesen. Deshalb werde dem Flüchtling schwerer Betrug zur Last gelegt, so Dr. Stenner.

Direkt nach der Tat hatte der junge Mann den Ermittlern gesagt, er sei überfallen und mit einem Messer attackiert worden. Anschließend habe der Angreifer das Feuer gelegt. Der Polizei war diese Version von Beginn an wenig glaubhaft vorgekommen. Im Dezember war er verhaftet worden. Im Januar hatte er ein Geständnis abgelegt.

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