Archivierung von Zeugnissen an Telgter Schulen
Gut gesichert im Stahlschrank

Telgte -

Die Schulen, die Elisabeth Glock und Wolfgang Matschke bis zuletzt kommissarisch geleitet haben, sind am Freitag endgültig geschlossen worden. Trotzdem haben die beiden noch alle Hände voll zu tun. Unter anderem müssen Zeugnisse und andere Dokumente archiviert werden.

Dienstag, 10.07.2018, 20:00 Uhr

Elisabeth Glock und Wolfgang Matschke werfen im Keller einen Blick in einen der vielen Ordner, in denen die Abgangszeugnisse der zurückliegenden 50 Jahre archiviert sind.
Elisabeth Glock und Wolfgang Matschke werfen im Keller einen Blick in einen der vielen Ordner, in denen die Abgangszeugnisse der zurückliegenden 50 Jahre archiviert sind. Foto: Flockert

Haupt- und Realschule sind seit Freitag Vergangenheit. Die letzten Schüler wurden sogar schon eine Woche vorher verabschiedet. Doch für die beiden Schulleiter, Elisabeth Glock und Wolfgang Matschke, gibt es noch einiges zu tun. Beim Betreten des Büros der kommissarischen Hauptschulleiterin bleibt das dem Betrachter nicht verborgen. Umzugskartons und Papierstapel zeugen von viel Arbeit. „Herr Matschke ist da schon viel weiter“, sagte Elisabeth Glock lachend. „Aber am Freitag, den 13., will ich auch fertig sein.“

Eine Checkliste haben die Schulleiter abzuarbeiten, bevor sie ihren Arbeitsplatz endgültig räumen und ihre Schlüssel abgeben. Schwerpunkt sind Archivierungsarbeiten, denn es gilt, die Aufbewahrungsfristen zu beachten. „Die Zweitschriften von Abgangs- und Abschlusszeugnissen müssen 50 Jahre aufbewahrt werden“, berichtet Elisabeth Glock. Wer beispielsweise vor 20 Jahren sein Abschlusszeugnis in Empfang genommen, es dann aber verlegt hat, kann sich, sollte er es beispielsweise für die Rentenversicherung benötigen, im Sekretariat seiner ehemalige Schule melden, und ihm wird auf Wunsch eine beglaubigte Kopie ausgehändigt.

Wurde diese Aufgabe bislang von Haupt- und Realschulsekretariat erledigt, so sind ab dem kommenden Schuljahr die Sekundarschulsekretärinnen Elke Uhlig und Gerlinde Langner dafür zuständig.

Aber nicht nur die Zeugnisse finden in den verschließbaren Stahlschränken hinter einen dicken Stahltür und vergitterten Fenstern Platz. Alte Konferenzprotokolle dürfen erst nach zehn Jahren entsorgt werden, Schülerstammblätter nach 20 Jahren und die Unterlagen der zentralen Abschlussprüfungen ZP 10 nach zehn Jahren. So lange müssen auch Klassen- und Kursbücher aufgehoben werden. Alle älteren Unterlagen landen hingegen in silbernen Datenschutztonnen und werden von einer Spezialfirma fachgerecht entsorgt.

Beim Blick in die Stahlschränke wird schnell deutlich, die Schulleitungen und die Mitarbeiterinnen des Sekretariats haben sich in den vergangenen Jahren viel Mühe gegeben bei der Archivierung. Fein säuberlich stehen die Akten aufgereiht in den Regalen. „Wolfgang, wir können mit Fug und Recht sagen, wir haben das gut gemacht“, sagt Elisabeth Glock zufrieden.

Bis um 31. Juli sind Glock und Matschke offiziell im Dienst, dann gehen sie in Pension. „Erstmal Abstand gewinnen. Und keine fixen Termine mehr machen“, berichtet Wolfgang Matschke von seinen Zukunftsplanungen. „Ich habe auch noch keinen fixen Plan. Aber ich werde mein restliches Leben nicht tatenlos verbringen.“

„Wenn ich hier durch bin, setze ich mit zu Hause erstmal hin – um dort anzukommen“, sagt Elisabeth Glock. Die letzten fünf Jahre als kommissarische Schulleiter seien schon anstrengend gewesen. „Das war wahnsinnig viel Arbeit. Aber es wäre auch nicht gut gewesen, wenn die Schule keine Schulleitung mehr gehabt hätte“, hat sie die Entscheidung trotz aller Belastung nicht bereut.

Eines will die scheidende Rektorin auf jeden Fall in nächster Zeit noch erledigen: Die Schulchronik der vergangenen 50 Jahre muss noch fertiggestellt werden. Derzeit sei vieles noch durcheinander. Bilder, Papiere und Zeitungsausschnitte will sie ordnen und das Ergebnis am Ende der Stadt übergeben.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5896352?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Abfall wird vor Ort getrennt
Die Aufräumarbeiten begannen bereits am Sonntag.
Nachrichten-Ticker