Fr., 09.01.2015

Andreas Hornung will Bürgermeister werden Ein Warendorfer für Warendorf

Andreas Hornung will Bürgermeister von Warendorf werden. Für die Kandidatur hat er die volle Unterstützung seiner Familie: Ehefrau Daniela sowie die Kinder Cedric (20), Jonas (18) und Pauline (15) sowie Hünding Roxy.

Andreas Hornung will Bürgermeister von Warendorf werden. Für die Kandidatur hat er die volle Unterstützung seiner Familie: Ehefrau Daniela sowie die Kinder Cedric (20), Jonas (18) und Pauline (15) sowie Hünding Roxy. Foto: Edler

Warendorf - 

Der 45-jährige Familienrichter des Oberlandesgerichts Hamm Andreas Hornung will Bürgermeister in Warendorf werden. Am Freitag hält der Warendorfer vor 90 Mitgliedern aller drei Unterstützer-Fraktionen (SPD, Grüne, FWG) und im Beisein seiner Familie eine Antrittsrede. Es sind Botschaften und Aussagen, die sitzen. Unter den interessierten Gästen ist auch Bürgermeister Jochen Walter, der von Hornung als „neutraler Gast“ im Hotel „Im Engel“ begrüßt wird. Handzettel mit dem Konterfei des Kandidaten werden verteilt. Darauf zu lesen: „Ein Warendorfer für alle.“

Von Joachim Edler

Die Krawatte aus gleich großen blauen, grünen und roten Streifen sitzt. Andreas Hornung (45), der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von SPD, Grüne und FWG versteht es, sich zu präsentieren. Mit Worten umzugehen. Die Krawatte, die der 45-Jährige bewusst trägt, hat Symbolkraft. Sie steht für den Dreierpakt aus Bündnis 90/Die Grünen, FWG und SPD. Genauso stellt sich Hornung die gleichberechtigte Zusammenarbeit vor: nicht isoliert, sondern miteinander.

Der 45-jährige Familienrichter am Oberlandesgericht Hamm hält im Hotel Im Engel vor 90 Mitgliedern aller drei Unterstützer-Fraktionen und im Beisein seiner Familie eine Antrittsrede. Es sind Botschaften und Aussagen, die sitzen. Klare Kante – kein Kuschelkurs. Er bezieht deutlich Position („Umgehungsstraßen sind nicht meine erste Priorität“ oder „Wir werden beim Marktplatz eine Lösung finden, mit der alle leben können“), pflegt dabei aber Höflichkeit und Fairness. Und er ist schlagfertig: „Ich lerne gerne noch dazu, auch wenn ich das Nikolaus-Collegium in Freckenhorst nicht kenne. Laden Sie mich doch einfach ein.“

Unter den interessierten Gästen ist auch Bürgermeister Jochen Walter, der von Hornung als „neutraler Gast“ begrüßt wird. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup drückt Hornung die Daumen. Handzettel mit dem Konterfei des Kandidaten liegen auf den Tischen. Darauf zu lesen: „Ein Warendorfer für alle.“

Bei der fünf Jahre alten Pia hat Hornung bereits jetzt die Wahl gewonnen. Er schenkte dem Mädchen einen Nikolaus aus Schokolade – ein Relikt von Weihnachten, das der Bürgermeisterkandidat erst bei seiner Antrittsrede in der Innentasche seines schwarzen Sakkos wiedergefunden hatte. „Das ist echt und nicht gespielt“, versichert er. Andreas Hornung wirkt entspannt. Sortiert.

Warum er als Familienrichter am Oberlandesgericht Hamm, sein absoluter Traumberuf, für das Bürgermeisteramt antritt, schildert der 45-Jährige sehr eindrucksvoll: „Ich glaube, dass mein bisheriges Leben und mein Werdegang mich für das Amt des Bürgermeisters qualifizieren. Ich habe bislang immer Glück gehabt. Ich bin stolz auf meine familiären und politischen Wurzeln (SPD-naher Haushalt), stolz auf meine Eltern (klassische Arbeiterfamilie), die heute hier sind, stolz auf meine Ehefrau und auf unsere drei Kinder. Es ist an der Zeit, der Gesellschaft etwas von den Chancen und Möglichkeiten, die ich gehabt habe, zurückzugeben.“ Hornung ist der Applaus sicher.

„Hätte mir jemand noch vor einem Jahr gesagt, dass ich heute hier stehe und meine Bürgermeisterkandidatur für die Stadt Warendorf verkünde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.“ Nach reiflicher Überlegung, vor allem mit der Familie („sie steht voll hinter meiner Kandidatur“) und nach anfänglichen Bauchschmerzen, habe er „mit Begeisterung, vollem Herzen und dem Versprechen eines bürgernahen, sehr engagierten Wahlkampfes“ zugesagt.

Der Sozialdemokrat stellt aber klar: „Ich bin kein Kandidat der SPD, auf dessen Zug die Bündnis 90/Die Grünen und Freien Wähler nachträglich aufgesprungen sind, ich präsentiere vielmehr ein Bürgerbündnis dreier gleichberechtigter Unterstützungsfraktionen.“ So sei sein Name in der Findungskommission nicht zuerst von der SPD, sondern von anderer Richtung ins Spiel gebracht worden.

Hornung, der zwar der SPD nahe steht und seine Wurzeln auch nie verleugnen würde, will für die Zeit der Kandidatur und auch im Falle seiner Wahl für die gesamte Dauer seiner Amtszeit, seine Parteizugehörigkeit ruhen lassen. Er bezeichnet dies als „Schritt der politischen Hygiene“.

Die fachliche Führung der Verwaltung traut er sich zu. Er setzt neben seiner eigenen Sachkunde auf „Kommunikation auf Augenhöhe“ und darauf, dass es ihm die kompetenten und engagierten Mitarbeiter leicht machten, sich in das Amt des Bürgermeisters einzufinden. Er versprach: Sollten die Kapazitäten nicht überall und nicht zu jeder Zeit dem Arbeitsaufkommen entsprechend richtig verteilt sein, werde er sich darum kümmern.

Hornung findet, dass die Warendorfer eine offene und spannende Bürgermeisterwahl verdient haben. Bewusst hätten die drei Unterstützerfraktionen das Motto „Bürgerbündnis für Warendorf“ gewählt: „Wir möchten damit nicht nur das Miteinander von drei Fraktionen verdeutlichen, die unterschiedliche politische Ansätze repräsentieren, sondern auch die Bürger aufrufen, sich hinter meine Kandidatur zu sammeln und mit uns zusammen für eine Mehrheit am 13. September zu kämpfen.“

Die Bürger hätten jetzt die Wahl zwischen dem Verwaltungsfachwirt, Rotarier und Bayern-Fan Axel Linke (unterstützt von CDU und FDP) aus Rheine oder den seit rund 15 Jahren in Warendorf beheimateten Familienrichter Andreas Hornung, Mitglied des Lionsclubs und seit letzter Zeit leidgeprüfter BVB-Fan.

Hornung ist sich sicher: „Wir setzen am 13. September auf Sieg, nicht auf Platz.“

Dafür gibt es lang anhaltende stehende Ovationen.

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