Mo., 16.03.2015

Männerchor Freckenhorst-Hoetmar Auflösung nach 109 Jahren

Abschied: Der Männerchor Freckenhorst-Hoetmar trat nach 109-jähriger Geschichte am Samstagabend in der Stiftskirche zum letzten Mal öffentlich auf.

Abschied: Der Männerchor Freckenhorst-Hoetmar trat nach 109-jähriger Geschichte am Samstagabend in der Stiftskirche zum letzten Mal öffentlich auf. Foto: Ohlmeier

Freckenhorst/Hoetmar - 

Zahlreiche Sänger des Männerchores Freckenhorst-Hoetmar haben in den letzten Jahren an zahlreichen Auftritten mitgewirkt und oft genug ihr Können gezeigt. Am Samstagabend hatten viele von ihnen dennoch ein mulmiges Gefühl im Bauch, zeigte sich der Männerchor in der Stiftskirche nach 109-jähriger Geschichte zum letzten der Öffentlichkeit.

Von Stephan Ohlmeier

Es wurde ein würdiger Abschied, der mit winkenden Sängern, dem Lied „Schön war die Zeit“ und langanhaltendem Applaus der Zuhörer endete.

Zuvor hatte der Männerchor die 17-Uhr-Messe in der Stiftskirche mitgestaltet und unter anderem das „Heilig“ aus Schuberts „Deutscher Messe“ oder das „Vaterunser“ präsentiert. „Wo man singt, da laß‘ dich ruhig nieder; böse Menschen haben kein Lieder“, zitierte Pfarrer Manfred Schleisiek ein altes deutsches Sprichwort. In seiner Rede betonte er, dass Musik gut tue und Abstand vom Alltag verschaffe. Gleichzeitig entstehe im Chor eine Gemeinschaft, in der sich alle wohlfühlen und Freude am Singen haben. „Ich selbst kann mir einen Gottesdienst ohne Lieder nicht vorstellen“, sagte Schleisiek. Gott loben und preisen, gebe Ruhe und Kraft sowie Halt und Orientierung. Er dankte dem Männerchor Freckenhorst-Hoetmar für zahlreiche Auftritte in den evangelischen und katholischen Gottesdienste und schloss: „Singen ist schön. Egal mit wem und wo wir singen. Jeden Sonntag können wir dies im Gottesdienst tun und Gott ehren.“ Auch Pfarrdechant Manfred Krampe sprach dem Männerchor stellvertretend für die ganze Kirchengemeinde seinen Dank aus.

Nach dem Gottesdienst gaben die Sänger eine kurze Zugabe, ehe sich der Verein nach 109 Jahren auflöste. Schon 1972 hatten sich der 1906 gegründete „MGV Freckenhorst “ und der „Sängerkranz Hoetmar “ (von 1919) entschlossen, künftig zusammen zu singen.

„Natürlich ist es nicht leicht, einen so traditionsreichen Verein zu verabschieden“, sagte Chorleiter Hans-Jörg Wever. Man habe in den letzten Jahren mit erheblichen Nachwuchssorgen zu kämpfen gehabt und sich dann angesichts eines Durchschnittsalters von Mitte 70 entschieden, sich würdig zu verabschieden. Am Samstagabend gab es abschließend im Vereinslokal Dühlmann ein gemeinsames Abendessen aller Sänger und deren Partnerinnen. Selbstredend, dass noch einige Lieder gesungen und die ein oder andere Anekdote aus der Chorgeschichte in Erinnerung gerufen wurde.

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