Mo., 28.03.2011

Warendorf Unwiderstehliche Frauenpower

Von Axel Engels

Warendorf - Gleich einer Naturkatastrophe brachen am Samstag die fünf Frauen von Dietutnix über das Theater am Wall herein, ließen es wahrlich in den Grundfesten erzittern. Dabei hatten sie bei ihrem ersten Besuch in Warendorf keinen leichten Start. An anderen Orten sind ihre Vorstellungen sofort ausverkauft, werden die Karten schwarz gehandelt oder bei Ebay eingestellt. Das wird nach diesem betörenden Auftritt in Warendorf sicherlich in Zukunft auch hier so sein.

Vor solchen Frauen wird in Männermagazinen immer gewarnt - und trotzdem erlag „Mann“ gemeinsam mit den weiblichen Besuchern widerstandslos dem Charme der ungezügelten Frauenpower . Strapaziert bis zum Zerreißen wurde die Lachmuskulatur, die nach diesem Abend etliche Spätschäden aufzuweisen hat. Dietutnix machten eine gute Figur, legten süffisant die Finger in manch offene Macho-Wunde. Sie ließen bei ihrem Ritt durch die Welt kein einziges Fettnäpfchen aus. Sie hatten sogar die himmlischen Regionen des vom Bankrott bedrohten Olymps erobert. Solche Göttinnen des Olymps muss man einfach gesehen haben, sonst wäre das Bild der antiken Welt einfach unvollständig. Leicht berauscht von Ambrosia glänzte Ingrid Helmer ganz in Weiß, ließ Susanne Anders als Aphrodite ihren Charme spielen, verzweifelte Steffi Windhoff im Angesicht der europäischen Pleiten, entdeckte Heike Knief ihre Sinnlichkeit bei wollüstigen Gedanken an Herkules. Wer Sabine Hollefeld als Hammer schwingende nordische Gottheit Freya erlebt hat, für den bekommt der Begriff Mythologie eine ganz andere Bedeutung. Ihr Programm „Gut durchgelüftet“ blies frischen Wind durch das ehrwürdige Gebäude. Mimik und Gestik waren als Zeichen besten schauspielerischen Könnens in dieses Treiben integriert. Hinter jedem noch so kleinen Wortwirtz versteckten sich bitterböse verpackte Wahrheiten. Susanne Anders suchte ihren Märchenprinz im Wahnsinn zwischen Karriere und Haushalt, wobei sie sich ihre Wunden leckend im Morgenmantel für die entspannte Welt zwischen beiden Extremen entschied.

Exquisite Verwandlungskunst zeichnete Sabine Hollefeld und Steffi Windhoff aus. Als Jean Pütz und mit betörender Assistentin Eva stopften sie neben den Löchern im Strumpf gleich das ganze Ozonloch. Trainiert haben die fünf Frauen wohl unzählige Stunden im Tanzstudio. Als Ergebnis gab es Stepptanz in Vollendung. In ihren blauen Matrosenanzügen machten sie dabei eine perfekte Figur. „Speeddating 80+“ oder „Zickenkrieg“ - die Mischung des Programms stimmte einfach.

Im Kreise unzähliger Märchengestalten gab es viel zu entdecken. Dornröschen hatte in Sabine Hollefeld eine süffisante Protagonistin gefunden. Mit Grazie und Esprit wickelte sie alle ein, gefangen in ihrem imaginären Turm. Steffi Windhoff als Rotkäppchen hatte in der Altenpflege ein neues Betätigungsfeld gefunden, revolutionierte die ganze Senioren- Betreuung im Wald. Ingrid Helmers hatte mit den sieben Zwergen so ihre Not. In ihrer spritzig skurrilen Art nahmen sie kein Blatt vor den Mund.

Sabine Hollefeld hätte mit „Überall kneift die Hose“ selbst Gilbert Beçaud zu Tränen gerührt. Zu den Klängen des Sandmännchens, ihrer heimlichen Hymne, entließen „Dietutnix“ nach bester Unterhaltung ihr Publikum - und kommen hoffentlich bald wieder.

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