100 Jahre Marienkirche

So., 05.02.2012

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Abbruch – Aufbruch – Umbruch

100 Jahre Marienkirche : Abbruch – Aufbruch – Umbruch

Eugenie Haunhorst, Ehrenringträgerin der Stadt Warendorf, wurde im Einweihungsjahr 1912 geboren und zählt zu den ersten Kindern, die in der Marienkirche getauft wurden. Zu zählte zu den Gästen der Fotoausstellung über die Marienkirche. Zuvor hatten Pfarrer Peter Lenfers (links), Landrat Dr. Olaf Gericke und Norbert Funken (Heimatverein) die Ausstellung im Gotteshaus eröffnet. Foto: Stockmann

Warendorf - 

„Keine Kirche in Warendorf hat so viel Wandel erfahren wie diese“, betonte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Walter Tacke gestern Vormittag bei der Eröffnung der Fotoausstellung „Auf dem Weg durch die Zeit“, die gleichzeitig den Auftakt der Veranstaltungsreihe „100 Jahre Marienkirche - plus“ bildete.

Von Pia Stockmann

Anlässlich des runden Geburtstages der neuen Marienkirche begaben sich der Heimatverein Warendorf und die Kirchengemeinde St. Laurentius die letzten Wochen auf Spurensuche. Das Ergebnis: Dank der Bereitschaft von Margarete Brüggemann, die die Alben ihres Vaters zur Verfügung stellte, und Werner Ströker, der für die Ausstellung das Bildarchiv der Altstadtfreunde öffnete, hängen seit gestern rund 80 Fotografien über die Geschichte der Marienkirche an Stellwänden im Gotteshaus. Auch die städtebaulichen Veränderungen rund um die Marienkirche sowie die über 700-jährige Geschichte der ersten Marienkirche bleiben nicht unberücksichtigt.

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Das Besondere: Neben Fotos führen auch weitere Dokumente wie die Baugenehmigung und die Entwürfe des damaligen Architekten, dem Dombaumeister Becker aus Mainz, zu den Ursprüngen der Kirche zurück.

„Es soll von Zeitumständen in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg berichtet werden, von Verlorenem, das nicht vergessen werden darf, und von Schätzen, die wir heute besitzen und nicht aufgeben werden“, erläuterte Norbert Funken vom Heimatverein Warendorf das Ziel der Ausstellung.

Den Rahmen der Eröffnung nutzte Funken auch, um auf die Anfänge der neuen Marienkirche zu verweisen. Im Jahr 1912 ersetzte die neue Marienkirche, „eine weite basilikale Hallenkirche im neuromanischen Stil“, das zu klein gewordene erste Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert. Typisch für die Kirchenbauten dieser Zeit sei es gewesen, auf die Entdeckung und Entwicklung neuer Bauideen zu verzichten.

„Abbruch, Umbruch, Aufbruch – so lassen sich die einhundert Jahre der neuen Marienkirche umreißen“, bilanzierte Funken die Geschichte der Kirche. „Das zu verbalisieren, was Sie selbst den zahlreichen Aufnahmen entnehmen können, wäre sinnlos und damit überflüssig“, appellierte Funken an die Gäste, sich selbst ein Bild von der Entwicklung des Gotteshauses zu machen.

Auf großes Interesse stieß die Ausstellung vor allem bei älteren Menschen, unter ihnen Eugenie Haunhorst, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert. Die Ehrenringträgerin der Stadt Warendorf wurde im Einweihungsjahr 1912 geboren und zählt zu den ersten Kindern, die in der Marienkirche getauft wurden.

Neben einem Rückblick wurden auch die Zukunftspläne innerhalb der fusionierten Gemeinde thematisiert. So knüpfte Landrat Dr. Olaf Gericke an die Predigt von Kreisdechant Peter Lenfers an. Er betonte, dass es im gesamten Kreisgebiet Diskussionen um die Neugestaltung der Kirchenräume gäbe. Vielmehr solle die Veränderung jedoch als Chance begriffen werden, die Balance zwischen der Beständigkeit auf der einen Seite und dem Wandel auf der anderen Seite zu halten. „Die Foto-Dokumentation soll uns Mut machen, einen Umbruch zu wagen und uns für einen Aufbruch bereitzuhalten.“

Der Kammermusikkreis der Marienschule sorgte für musikalische Untermalung.


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