Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung
Mo., 06.02.2012
Landwirte wollen Forschung statt Datenbank
Stallhygiene ist unverzichtbar: Ein Bild von moderner Tierhaltung machten sich (v. l.) Dr. Stefan Romberg (gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion) und Markus Diekhoff (Vors. FDP-Kreistagsfraktion). Fachliche Informationen gaben Betriebsleiter Peter Stratmann, Kreislandwirt Karl Werring, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvorsitzender) und Veterinär Dr. Carsten Blome.
Kreis Warendorf -
Über den Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung sprachen Vertreter der Landwirtschaft mit dem gesundheitspolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dr. Stefan Romberg.
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Zu einem Gedankenaustausch trafen sich Dr. Stefan Romberg, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, und Markus Diekhoff, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion, mit Vertretern der Landwirtschaft im Grünen Zentrum.
Zunächst standen im Gespräch mit dem Kreisverbandsvorsitzenden, dem Kreislandwirt und dem Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes die Themen Dichtheitsprüfung, Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und Erneuerbare Energien Gesetz im Fokus, wenig später wechselten die Gesprächsteilnehmer vom Konferenzraum in den Masthähnchenstall von Peter Stratmann in Warendorf: Hier informierten sich die FDP-Politiker über moderne Tierhaltung und suchten auch mit Blick auf die von NRW-Verbraucherschutzminister Remmel in Auftrag gegebene Studie zum Antibiotika-Einsatz das Gespräch mit Veterinär Dr. Carsten Blome, betreuender Bestandstierarzt: „Wenn Tiere erkranken, müssen wir handeln. In der Geflügelhaltung können wir Veterinärmediziner Krankheiten nur bekämpfen, wenn wir den ganzen Bestand behandeln“, so Blome.
Angesichts der von Minister Remmel eingeführten freiwilligen Datenbank erklärte Romberg: „Remmels Einführung einer Datenbank wird uns auf freiwilliger Basis keine verlässlichen Auskünfte geben. Statt Aktionismus brauchen wir unabhängige Forschung“. Ziel müsse sein, den Antibiotika-Einsatz deutlich zu reduzieren. Auch Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh sprach sich für unabhängige Forschung aus und kritisierte ein „falsches Bild“ von der Landwirtschaft, wonach neue und große Ställe und Betriebe als schlecht gälten und kleine und alte Ställe und Betriebe als Ideal gepriesen würden. „Unsere bäuerlichen Betriebe kennen keinen „Stand still“. Um uns weiter zu entwickeln und das größtmögliche Tierwohl realisieren zu können, brauchen wir Forschungszentren. Hier hat die Landwirtschaftskammer eine wichtige Funktion.“
Beim Bemühen des Landwirtschaftsverbandes, das privilegierte Bauen im Außenbereich mit einem räumlichen und funktionalen Zusammenhang zu begründen, kam seitens der Liberalen Rückendeckung: „Wir sind der Meinung, dass sich ein Landwirt an seiner Hofstelle entwickeln können muss und dass die jetzige Regelung abzusichern ist“, so der Chef der FDP-Kreistagsfraktion, Markus Diekhoff.