Außengastronomie auf dem Marktplatz
Do., 23.02.2012
Belebung ja, aber bitte keinen Lärm
Deutliche Kritik an der bisherigen Praxis der Veranstaltungsüberwachung seitens des Stadtmarketings sowie des Ordnungsamtes übt Reinhold Berger, der die Vermietbarkeit von Wohnungen am Marktplatz aufgrund von Lärmbelästigung gefährdet sieht.
Warendorf -
An der Gastronomie und den Veranstaltungen auf dem Marktplatz scheiden sich die Geister. Den Anliegern ist es zu laut.
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Zentrumsnah zu wohnen hat Vorteile. Doch mittendrin in Warendorfs „Guter Stube“ zu leben, erweist sich für die Anwohner des Marktplatzes mitunter als zweischneidiges Schwert. „Wir sind für die Belebung des Marktplatzes“, sprachen sich die 36 Anlieger bei der von der Stadt Warendorf initiierten Versammlung zum Thema „Außengastronomie“, für mehr Urbanität aus. Scharf kritisierten Sigrid Fölling, Beate Bisping und viele andere allerdings den Lärm bei bisherigen Veranstaltungen.
„Wir bemühen uns, alle Interessen zu berücksichtigen“, versuchte Kämmerer Dr. Martin Thormann, der zusammen mit Gustel Heitkemper, Holger Niemeyer und Anna Holwitt vom Sachgebiet Sicherheit und Ordnung die vorgesehenen Außengastronomie-Bereiche vorstellte, zu beruhigen. In einer Ausschusssitzung am 28. Februar wird das Thema erneut behandelt, bevor es zu einem Ratsbeschluss kommt.
„Das ist Körperverletzung“ empörte sich Karl Bisping mehrfach über die lauten Open-Air-Festivitäten – insbesondere in der Pferdenacht 2011 – bis nach Mitternacht. Da half es wenig, dass André Auer (Stadtmarketing), der das Programm 2012 vorstellte, auf die geringe Zahl von insgesamt 29 Veranstaltungen auf dem Marktplatz (davon 17 Tage Weihnachtswäldchen) im Jahr hinwies und für mehr Toleranz warb.
Verständnis für die Anwohner bekundete Roland Hüsemann (geplanter Zuwachs seiner Außengastronomie: von 166 auf 208 Plätze im „Anno 1670“, dazu je 60 Quadratmeter für „In Mezzo“ und „Schütte“) durchaus. Dennoch: „Wir können zu Maria Himmelfahrt wegen der Illumination nicht einfach das Licht ausmachen.“
„Die Probleme sind nicht neu“, versuchte Hermann Temme zu vermitteln. Die Anwohner fühlten sich offensichtlich von der Verwaltung nicht wahrgenommen. „Wir sollten aber die Kirche im Dorf lassen und einen Konsens finden.“
Nur wenige Anwohner, darunter Sascha Demant und Nico Glanemann befürworteten die Marktplatzveranstaltungen: „Endlich kann man in Warendorf feiern und muss nicht nach Münster fahren.“ Probleme bereiteten eher die zunehmende Verschmutzung sowie alkoholisierte Jugendliche.
„Mieter wollen so nicht wohnen“, beschwerte sich Reinhold Berger. „Warum wird nicht kontrolliert, ob die Lärmschutzauflagen eingehalten werden?“
Ein Einwand, den die Verwaltung versprach aufzunehmen. „Wir werden auch die bemängelten Anlieferungszeiten überprüfen.“
Zum Schluss einigten sich die Teilnehmer darauf, sich in einem Jahr wieder zu einer Anhörung zu treffen. Über weitere Beratungen, Änderungen und Beschlüsse will die Verwaltung die Anwohner aktuell informieren.
