Einkaufssituation in Milte
Do., 23.02.2012
„Das hoch halten, was ist“
Wilma Borgmann (l.) und Ursula Flaßkamp verkaufen mit ihren Kolleginnen an sieben Tagen die Woche Milch, Wurstwaren, Tiefkühlkost, Grundnahrungsmittel, Zeitungen und natürlich frische Backwaren im Geschäft Pötter an der Dorfstraße in Milte.
Milte -
„Milte in Not – Geisterstadt droht“, so formulierte es zumindest eine Fußgruppen auf dem Rosenmontagsumzug in der Hesselstadt und auch die „Kugelhexen“ thematisierten das Ladensterben im Dorf. Doch etlichen Miltern ist diese Sichtweise zu negativ. Sie verweisen auf ein zwar nicht rosiges aber umfangreiches Versorgungsangebot in der Hesselstadt.
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„Milte in Not – Geisterstadt droht“, so formulierte es zumindest eine Fußgruppen auf dem Rosenmontagsumzug in der Hesselstadt und auch die „Kugelhexen“ thematisierten das Ladensterben im Dorf. Doch etlichen Miltern ist diese Sichtweise zu negativ. Allen voran Wilma Borgmann, die regelmäßig in der Bäckerei Pötter aushilft. Dort können die Kunden an sieben Tagen in der Woche Backwaren, Zeitungen, Konserven, Tiefkühlkost und vor allem auch frische Molkerei-Produkte kaufen.
Seit 40 Jahren lebt Wilma Borgmann in Milte, rund 20 Jahre hat sie in dem Geschäft an der Dorfstraße hinter der Verkaufstheke gestanden. Sie betont im Gespräch mit den WN, dass die Einkaufssituation in Milte eher bescheiden ist, aber man soll doch bitte das hochhalten, was es noch gebe, und das sei eine ganze Menge.
Spontan zählt sie auf: eine Apotheke, eine Arztpraxis, ein Fahrradgeschäft, Schreibwaren, ein Blumengeschäft, einen Getränkemarkt, ein Modegeschäft, Wein-Läden, den Großhändler Rogge, bei dem man von Salat über Kohlrabi bis hin zur Banane Frisches bekomme und natürlich die zwei Bäckereien. Ein breites Sortiment hat auch die Raiffeisen-Warengenossenschaft am Sportplatz. Wer nur eine Glühbirne braucht, findet auch die in gleich zwei Elektro-Fachgeschäften und ein „Zwei-in-eins-Geldinstitut“ gibt es auch in Milte. Komplettiert wird das Frisch-Fleisch- Angebot von gleich mehreren Verkaufswagen und in der Bäckerei Pötter. Dort wird neben Aufschnitt und Käse dienstags auch Frischfleisch verkauft – auf Bestellung auch an anderen Tagen.
Zwar wäre ein Geschäft oder gar Discounter, bei dem man alles bekomme, eine praktische Lösung, im 2000-Seelen-Dorf allerdings nur schwer realisierbar.
Nachdem der Schlecker-Markt geschlossen hat, gibt es einen Engpass an Drogerie- und Hygiene-Artikeln. Raiffeisen-Geschäftsführer Gerhard Weil kann sich die Erweiterung des Sortiments gut vorstellen, hat sogar schon einen entsprechenden „Regal-Plan“ in der Schublade. Allerdings sei bei den viel diskutierten Markt-Varianten zurzeit eine Planung schwierig. Schließlich solle die Angebotserweiterung auch profitabel sein. Doch eins ist ihm neben der guten Versorgung noch wichtig: „Wir dürfen hier nichts unnötig Schwarzmalen.“
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