Werbegemeinschaft erhöht Standgebühren für Vereine
Sa., 04.02.2012
Weg mit alten Zöpfen
Mit leichten Defiziten ist die Werbegemeinschaft in den vergangenen Jahren aus Großveranstaltungen wie der HGH – hier ein Bild aus dem Jahr 2009 – herausgegangen. Um nicht auch in Zukunft defizitär zu arbeiten, sollen die Vereine künftig beim Freckenhorster Herbst – und der HGH – (höhere) Standgebühren zahlen.
Freckenhorst -
„Nichts ist ein Selbstläufer“, stellte Christian Murrenhoff, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, klar, dass sich die Organisation von Großveranstaltungen, wie der alle drei Jahre stattfindenden HGH oder des Freckenhorster Herbstes, nicht von alleine macht. Um Unterstützung durch die ortsansässigen Vereine warben Murrenhoff, der geschäftsführende Vorsitzende Horst Pawlowski und Schatzmeister Peter Nährig daher am Donnerstagabend in einer Versammlung im Stiftshof, zu der Vertreter der Vereine eingeladen waren.
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Veranstaltungen wie der Freckenhorster Herbst sollten gerade in Zeiten des demografischen Wandels dazu beitragen, den Ort attraktiver, sympathischer, lebens- und liebenswerter zu machen. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, stellte Murrenhoff klar. Und verdeutlichte die hinter den Großveranstaltungen steckende Intention der Werbegemeinschaft: „Unser Ziel ist es, die Bürger im Ort zu halten und neue zu gewinnen.“
Das lassen sich die inzwischen 98 Mitglieder jedes Jahr insgesamt zwischen 10 000 und 11 000 Euro kosten. Ein Investitions-Budget, das für Veranstaltungen wieMaibaumaufstellen, Freckenhorster Herbst, HGH, Weihnachtsmarkt bis auf den letzten Cent verbraten wird. In den beiden vergangenen Jahren hatte es sogar leichte Defizite gegeben, wie Schatzmeister Nährig einräumte. Im Moment seien diese allerdings wegen gebildeter Rücklagen noch unproblematisch.
Nun aber will die Werbegemeinschaft gegensteuern, künftig den Vereinen das Standgeld, von dem nach Abzug von Gestattungskosten, Strom etc. auch Straßenkünstler bezahlt werden mussten, nicht mehr schenken. Dieses, stellte Nährig klar, sei seit mehr als 20 Jahren gesponsert worden.
Darum werden alte Zöpfe abgeschnitten. Das Standgeld für die Betreiber von Getränke- und Imbiss-Ständen auf dem Freckenhorster Herbst wird um 100 Euro angehoben. Damit müssten Vereine wie der TuS oder die Bürgerschützen für einen Getränkestand künftig 250 Euro, für einen Essensstand 200 Euro berappen. Es sei denn, sie bieten an ihrem Stand oder auf einer Aktionsbühne einen Programmpunkt, der zur Attraktivierung des Festes beiträgt. Dann bliebe es bei den alten Standgebühren.
Eine Idee, die nicht alle Vereinsvertreter positiv aufnahmen. So bemerkte Björn Maibaum, Kommandant der Jungschützen, dass diese mit ihrem Getränkestand kaum auf ihre Kosten kämen. Der Standort sei schwierig. Michael Risse, Präsident der Bürgerschützen, pflichtete ihm bei: „Unter diesen Bedingungen ist das Geld wechseln.“ Raimund Kortenjann, Vorsitzender des TuS, wünschte sich klare Ansagen und Gerechtigkeit bei dem angedachten neuen Prozedere, das den Kaufleuten auch für die HGH am 16. und 17. Juni vorschwebt, für die die Organisatoren mindestens 100 Aussteller gewinnen wollen. Die HGH sei eine Freckenhorster Veranstaltung, daher werde den ortsansässigen Vereinen der Vorzug vor fremden Caterern gegeben, erläuterte Christian Murrenhoff die Vorstellungen der Werbegemeinschaft. Gegen eine Standgebühr von 150 Euro hätten die Vereine die Möglichkeit, sich an der HGH zu beteiligen, Stände zu bewirtschaften und besondere Schmankerln anzubieten. Wer zudem noch mit einem kleinen Programm aufwarten könne, zahle keine Standgebühr. Zum Rahmenprogramm der HGH gehören laut Murrenhoff und Pawlowski, ein Weltrekordversuch, eine Boule-Wettbewerb sowie Hubschrauberflüge und Tandem-Fallschirmsprünge.
Weitere Themen des Abends waren die Neuauflage des Gutscheinheftes, das in diesem Jahr unter dem Motto „Fit in Freckenhorst“ Fitness- und Sportvereinen ein Forum bieten will. Vereine, die daran interessiert sind, sich in dem Heftchen darzustellen, melden sich bei Christian Murrenhoff.
Die Werbetrommel rührte Horst Pawlowski schließlich einmal mehr für den Freckenhorst-Gutschein, der in der Bäckerei Averhoff, Warendorfer Straße, erhältlich und ein schönes Geschenk ist.