Mo., 10.06.2013

Überzeugendes Konzert in der Marienkirche Palmeris „Magnificat“ bewegt die Herzen

Kunstvoll ließ die Sopranistin Jenny Haecker ihre klare Stimme über dem Chorgesang schweben, ausdrucksstark sang sie bei der Uraufführung des „Laudate Pueri“ ihre stimmtechnisch sehr anspruchsvolle Partie.

Kunstvoll ließ die Sopranistin Jenny Haecker ihre klare Stimme über dem Chorgesang schweben, ausdrucksstark sang sie bei der Uraufführung des „Laudate Pueri“ ihre stimmtechnisch sehr anspruchsvolle Partie. Foto: Engels

Warendorf - 

Die Kirche war in leicht rotes Licht getaucht und vom ersten Moment an zog das Konzert von Marienkantorei und vom Kammerchor Warendorf sowie Solisten das Publikum in seinen Bann. Höhepunkt der Aufführung war das „Magnificat“ von Martin Palmeri.

Von Axel Engels

Leidenschaft und tiefes Glaubensbekenntnis in der Musik vereint – am Samstag wurde dem Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten St. Marienkirche ein zu jedem Moment spannendes und mitreißendes musikalisches Erlebnis geschenkt. Die Kirche in ein leicht rotes Licht getaucht, wurde man sofort eingefangen von der besonderen Atmosphäre dieses Konzertes, bei dem nicht nur das „Magnificat“ von Martin Palmeri als großes Hauptwerk zu einem Hörgenuss auf ganz hohem Niveau wurde.

Die künstlerische Leitung hatte Ansgar Kreutz übernommen, dessen versierte Dirigierkunst jedem einzelnen Werk ein bis ins kleinste Detail adäquates klangliches Gewand verlieh. Aus seiner Feder stammten die ersten vier Werke und darin zeigte sich seine ganz lyrisch inspirierte Musiksprache.

Mit guter Stimmgruppentrennung verwöhnten die Marienkantorei und der Kammerchor Warendorf , die Ansgar Kreutz zu einem ganz facettenreichen Ensemble zusammenfügte. Kunstvoll ließ die Sopranistin Jenny Haecker ihre klare Stimme über dem Chorgesang schweben, ausdrucksstark sang sie bei der Uraufführung des „Laudate Pueri“ ihre stimmtechnisch sehr anspruchsvolle Partie. Auch die Mezzosopranistin Andrea Drabben konnte der Uraufführung des „Wand‘l ich in dem Wald des Abends“ eine bewegende Farbe verleihen. Dies verwöhnte bei der starken Melodiebetonung der Werke über dem instrumentalen Grund des sehr gut eingestimmten Streichensemble Warendorf Sinfonietta.

Aber auch a Capella wusste der Chor jederzeit zu fesseln. Leidenschaft und Melancholie zeigten sich in den „Vier Tango-Arrangements“ des argentinischen Komponisten Martin Palmeri, vermittelten einen tiefen Einblick in den weiterentwickelten Tango Nuevo als Ausdruck eines ganz charakteristischen Lebensgefühl. Große Kunstfertigkeit und innere Ergriffenheit vermittelte Mari Stefano Pietrodarchi bei zwei Teilen des „Sobre las Cuatro Estaciones- über die vier Jahreszeiten für Bandoneon, Streicher und Klavier“ aus der Feder des sympathischen Martin Palmeri, der bei diesem Werk auch den Klavierpart übernommen hatte. Virtuosität und Spielfreude waren bei Pietrodarchi allerdings nie Selbstzweck, sie dienten immer als wohl eingesetztes Ausdrucksmittel. Die Strahlkraft beim „Sommer“ war bei ihm genauso gut aufgehoben wie die Tristesse des „Winters“.

Als weitere Uraufführung wurde man beim „Duo Fantasioso“ von dem Ideenreichtum Palmeris eingenommen. Hell erklangen der die von Sarah Rulli gespielte Querflötenmelodien über dem Streicherklang, verwoben sich kunstvoll mit dem Bandoneon.

Aber das „Magnificat“ in deutscher Erstaufführung für Sopran, Mezzosopran, vierstimmigen Chor, Bandoneon, Klavier und Streicher aus dem Jahre 2012 übertraf in seiner Emotionalität und tiefen Frömmigkeit alle an dieses Werk gestellten Erwartungen. Mit dieser vom Glauben bestimmten Musik hatte Palmeri ein Meisterwerk geschaffen, das auch international sicherlich große Beachtung finden wird.

Der große Chor konnte all seine Qualitäten zeigen, bei solch inspirierender Musik der innovativen Sprache des Komponisten ein lebendiges Gewand verleihen. Die Sängerinnen traten mit ihm in einen jederzeit stimmigen Dialog, machten mit aller Intensität die Glaubensaussage jenseits des reinen Notentextes zu einem bewegenden Erlebnis.

Dieses „Magnificat“ wird man sicherlich noch lange im Gedächtnis behalten, es hat nicht nur die Herzen bewegt, sondern bei solch niveauvoller Ausführung auch Kraft und Hoffnung geschenkt.

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