Großalarm für die Feuerwehr: Löscharbeiten dauern an
Keine Hinweise auf Brandstiftung

Einen -

Auf dem Hof Drügemöller in der Einener Dorfbauerschaft 28 sind eine Steuerungsanlage und ein Fermenter einer Biogasanlage in Brand geraten. Helle Flammen schlugen beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits aus dem Dach beider Gebäude. Rund 90 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Donnerstag, 15.08.2013, 00:08 Uhr

Erst im vergangenen Jahr hatte der Feuerwehr-Löschzug Einen an der Biogasanlage des Hofes Drügemöller in der Einener Dorfbauerschaft 28 den Ernstfall geprobt. In der Nacht zu Donnerstag wird er traurige Realität. Lichterloh brennen – vermutlich aufgrund eines technischen Defekts – das Gebäude, in dem sich die Steuerung der Anlage befindet, und der Fermenter, das Herzstück, in dem Biomasse in Biogas umgewandelt wird. Auf etwa eine Million Euro schätzt die Polizei vorsichtig den entstandenen Schaden.

Die Betreiber der Anlage, die erst vor eineinhalb Jahren in Betrieb genommen worden war, hatten auf ihrem Mobiltelefon eine Alarmmeldung der Überwachung erhalten. Als der Juniorchef nachsieht, steht ein Teil der Biogasanlage bereits in Flammen. Um 22.29 Uhr alarmiert er die Feuerwehr. Die Feuerwehr-Löschzüge Einen treffen wenig später mit dem Löschzug Milte und der Drehleiter aus Warendorf sowie dem Sonderlöschfahrzeug 2040 aus Freckenhorst auf dem Hof ein.

„Die Blase über einem Gärbehälter war bereits geplatzt“, erzählt Einsatzleiter Helmut Pöhling am Morgen nach dem Großeinsatz, der für die Feuerwehr eine echte Herausforderung war. Einen Brand in einer Biogasanlage hatte es im gesamten Kreis Warendorf bislang noch nicht gegeben. Noch während die Einsatzkräfte, ausgerüstet mit Methan- und Sauerstoffmessgeräten, die Lage sondieren, entzündet sich eine zweite Blase. Pöhling: „Es gab keine Explosion, wohl aber, in Folge verpuffender Methangase, eine 30 bis 40 Meter hohe Stichflamme. Es wurde sehr schnell wahnsinnig heiß.“ Die Feuerwehr löst Großalarm aus, alarmiert weitere Löschzüge. Bis etwa 3.30 Uhr sind insgesamt 90 Einsatzkräfte mit den Löscharbeiten beschäftigt, bei denen große Mengen Spezialschaum – und damit ein eigens angeforderter Abrollbehälter der Feuerwehr Oelde – zum Einsatz kommen.

Vier Lohnunternehmen werden beauftragt, einen noch zur Hälfte mit Gülle befüllten Fermenter abzupumpen. Bis in die frühen Morgenstunden werden 1700 Kubikmeter Gülle auf Höfe nach Neuwarendorf und Einen gebracht und dort umgepumpt. Die Gefahr, dass Gülle aus der eingedeichten Anlage in die benachbarten Emsauen fließt, wird damit gebannt. Davon überzeugen sich noch in der Nacht Vertreter der Unteren Wasserbehörde. Ebenfalls am Brandort ist der Stromversorger, der ein über die Biogasanlage betriebenes Blockheizkraftwerk vom Netz trennt. Wegen der umfangreichen Reinigungsarbeiten ziehen die letzten Feuerwehrmänner erst gegen 7 Uhr ab.

Der Einsatz sei schon extrem gewesen, bilanziert Helmut Pöhling. „Dabei ist auch sehr viel Einsatzkleidung kaputt gegangen.“ Für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, versichert der Einsatzleiter. Verbrannt seien vor allem Baumaterialien: Isolierungen, Planen über den Behältern und Holzdecken. Um die Bewohner des Hofes, denen am Morgen danach verständlicherweise noch der Schock in den Gliedern steckt. hatte sich in der Nacht ein Team des DRK gekümmert. Sachverständige der Kriminalpolizei waren am Donnerstagmorgen vor Ort, um die genaue Brandursache zu ermitteln. Sie schlossen eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. Ein abschließendes Ergebnis soll, wie Martin Schnafel, Sprecher der Kreispolizeibehörde, mitteilte, ein Brandsachverständiger der Versicherung liefern, der die Brandstelle nächste Woche untersucht.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1847199?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F1792933%2F1948440%2F
Ein Fest, so bunt wie Münster
Rundgang über „Münster mittendrin“: Ein Fest, so bunt wie Münster
Nachrichten-Ticker