Mo., 07.12.2015

Katalog entpuppt sich als Kunstbildband 1000 Jahre Kirchenkunst

Präsentierten einen sehenswerten Kalender, der allerdings eher den Namen Kunstbildband verdient: Fotograf Stephan Kube (v. l.), Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser, Klaus Gruhn (Vorsitzender des Förderkreises) und Kunsthistoriker Markus Kamps.

Präsentierten einen sehenswerten Kalender, der allerdings eher den Namen Kunstbildband verdient: Fotograf Stephan Kube (v. l.), Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser, Klaus Gruhn (Vorsitzender des Förderkreises) und Kunsthistoriker Markus Kamps. Foto: Bulla

Freckenhorst - 

Die 1129 geweihte Freckenhorster Stiftskirche bewahrt mit ihren kunstvollen Schätzen und liturgischen Textilien einen der bedeutendsten Kirchenschätze des Münsterlandes. Jetzt wurden diese vielen wunderbaren sakralen Funde in einem Werk zusammengefasst.

Von Marion Bulla

Angekündigt war ein Katalog, den Klaus Gruhn in der Stiftskammer im Rahmen einer kleinen Feierstunde vorstellen wollte. Doch was der Vorsitzende des Förderkreises dann präsentierte, ist viel mehr als nur eine simple Auflistung und Dokumentation, sondern ein umfassender Kunstbildband. Auf 128 Seiten dokumentiert er auf beeindruckende Weise den ganzen Fundus der Freckenhorster Kirchenschätze.

„Wir möchten das große Erbe hüten und es weiterhin der Öffentlichkeit zeigen“, verkündete Klaus Gruhn. Besonders freute der engagierte Freckenhorster sich über die kompetente und hingebungsvolle Arbeiten des Fotografen Stephan Kube und des Kunsthistorikers Markus Kamps, die beide für den Hauptteil des Buchs verantwortlich zeichnen.

Klaus Gruhn sei der Wächter der Schätze und beim Erstellen des Kataloges habe er ihnen viel abverlangt, erinnerten die Experten sich – mit großer Bewunderung und viel Respekt für seine Nachdrücklichkeit. Ohne engagierte Menschen wie Gruhn gäbe es ganz viele Dinge nicht, betonte Stephan Kube, dessen Bilder an diesem Abend auch bei den Besuchern mehr als gut ankamen. Ebenso wie die Texte von Markus Kamps. Vor allem die textilen Funde, die ansonsten wenig in Erscheinung treten, hatten den Kunsthistoriker beeindruckt. „Die vielen intensiven Farben sind einzigartig“, so der Fachmann. Auch die Krone einer Marienfigur hatte ihn stark fasziniert. Er bedauerte, dass die dazugehörige Marienfigur bis heute verschollen ist. „Wer also auf dem Dachboden eine dazu passende Figur findet – wir nehmen sie dankbar an“, sagte Kamps schmunzelnd. Er sagte dies auch aufgrund der Erfahrung, dass viele Werke einst in kirchlichen Kellern und auf Dachböden in der Versenkung verschwanden. Einige tauchten nie wieder auf und andere erst, oftmals durch puren Zufall, nach vielen Jahren.

Dann übernahm die Musik die Regie: Dr. Ruth Bettels sang mit ihrer klaren Sopranstimme Melodien von Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) und zudem eine Adventskantate von Georg Philipp Telemann (1681 – 1767). Am Klavier begleitet wurde sie von Dr. Gunter Tönne. Die rund 50 Besucher ließen sich danach gern nochauf einen Rundgang durch die ausgestellte Kunst ein. Die Sammlung zeigt unter anderem antike Schriften, jede Menge an Fragmenten voll künstlerischer und handwerklicher Schönheit sowie viele weitere Bruchstücke reicher Kirchenkunst. All dies stammt aus einer etwa tausendjährigen glanzvollen Kloster- und Stiftsgeschichte und der darauf folgenden 200-jährigen Gemeindegeschichte. Der Bildband ist ein überaus sehenswerter Führer durch die Welt der sakralen Freckenhorster Schätze, der beim Betrachten der Fotografien neugierig auf die Originale macht. Zunächst wurden 1000 Exemplaregedruckt, die ab sofort sowohl in der Warendorfer Buchhandlung Ebbeke, beim Schreibwarengeschäft Darpe, beim Verlag Schnell als auch im Freckenhorster Pfarrbüro für 14,80 Euro erhältlich sind.

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