Fr., 07.10.2016

Warendorf und Bielefeld-Gütersloh Volksbanken fusionieren

Wollen fusionieren: (v. l.) Reinhold Frieling, Michael Deitert, Rolf Weishaupt, Thomas Schmidt, Thomas Sterthoff und Martin Weber, Vorstände des Volksbanken Warendorf und Bielefeld-Gütersloh.

Wollen fusionieren: (v. l.) Reinhold Frieling, Michael Deitert, Rolf Weishaupt, Thomas Schmidt, Thomas Sterthoff und Martin Weber, Vorstände des Volksbanken Warendorf und Bielefeld-Gütersloh. Foto: Lowinski

Warendorf/Gütersloh - 

Von Liebe ist nicht die Rede, es geht wohl mehr um eine Zweck-Ehe – in Zeiten, in denen die Bankenszene vor etlichen Herausforderungen steht: Die Volksbank aus Warendorf, größtes Genossenschaftsinstitut im Kreis WAF, und die Volksbank Bielefeld- Gütersloh wollen fusionieren. Angepeilt ist ein Termin Anfang/Mitte 2018, an dem der Zusammenschluss juristisch besiegelt werden soll.

Von Christoph Lowinski

Damit entsteht eine Genossenschaftsbank, die dann wohl zu den Top 20 in Deutschland gehören wird. Die Gütersloher sind der deutlich größere Partner, hatten im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von rund 3,7 Milliarden Euro. Die Warendorfer kamen auf eine Bilanzsumme von ca. 1,3 Milliarden Euro.

Institut mit 150.000 Mitgliedern

Bis zur „richtigen“ Fusion wollen die Banken die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Aufsichtsrat und Vorstände haben dazu einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Das neue Institut wird rund 1200 Mitarbeiter haben, gehört dann etwa 150 000 Mitgliedern und führt addiert 256 000 Konten. Das Geschäftsgebiet reicht von Warendorf bis Bielefeld.

Vorstandssprecher Thomas Sterthoff von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und sein Warendorfer Kollege Rolf Weishaupt machen deutlich, dass sie rechtzeitig die Weichen stellen wollen, um in Zeiten des Umbruchs in der Bankenlandschaft strategisch und strukturell richtig aufgestellt zu sein. Ziel sei es, auch zukünftig gut, schnell und kostengünstig zu arbeiten. Sterthoff betont, dass dabei die genossenschaftliche Identität gewahrt werden soll: „Wir bleiben eine Mittelstands- und Kundenbank.“ Die Nähe zum Kunden dürfe nicht in Frage gestellt werden.

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Wir wollen die Veränderung selbst gestalten.

Thomas Sterthoff, Vorstandssprecher Volksbank Bielefeld-Gütersloh

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Warum beide Banken, die gerade erst (Warendorf 2015, Gütersloh 2014) durch Fusionen zu ihrer heutigen Größe gewachsen sind, nun so schnell einen erneuten Fusionsschritt machen, begründet Sterthoff so: „Wir wollen die Veränderung selbst gestalten.“ Und das möglichst aus einer Position der Stärke: „Gemeinsam können wir die Dinge weiter voran treiben.“ Gleichzeitig gibt Sterthoff klare Signale: Beim Thema Zukunftsgestaltung seien er und seine Kollegen offen für Gespräche mit anderen Banken.

Neben der Niedrigzinsphase, die aus Sicht der Banker aus Warendorf und Gütersloh noch für einen längeren Zeitraum andauern wird, und steigenden Kosten durch neue gesetzliche Vorgaben, gibt es auch einen technischen Grund für die Bankenehe: Wegen der Verschmelzung der genossenschaftlichen Rechenzentren GAD und Fiducia wird in Deutschlands Volksbanken flächendeckend ein einheitliches IT-System eingeführt. Installation, Einführung und Mitarbeiterschulung dürften sich über Monate hinziehen: „Durch Teamarbeit und rationelle Aufgabenverteilung wollen wir bei diesem Großprojekt Synergien heben“, so Weishaupt. Gleichzeitig könne man Strukturen und Prozesse den neuen Bedingungen anpassen. Die Umstellung soll im April 2019 abgeschlossen sein.

Kein Namens-Bandwurm nach der Fusion

Die beiden Volksbanken, deren Geschäftsgebiete aneinanderstoßen, sich aber nirgendwo überschneiden, haben in den vorbereitenden Gesprächen einvernehmlich, sachorientiert und in guter Atmosphäre verhandelt, betont Sterthoff: „Die Chemie stimmt.“ Nach zwei erfolgreichen Fusionen gehe man die Sache gelassen und zielbewusst an.

Man versteht sich also. Bleibt die Frage, welchen Namen das Bankenpaar nach der Eheschließung führen wird. Es gebe da ein paar Ideen, sagt Sterthoff und hüllt sich sofort in Schweigen. Nur soviel lässt er raus: Einen Namens-Bandwurm soll die neue Volksbank nicht verpasst bekommen.

Vielleicht kann Warendorf da ja als gutes Vorbild dienen: Hier heißt die Bank einfach nur „Volksbank“. Bisher hat sich niemand beschwert. Und Verwechslungen gab es auch nicht.

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