Sa., 16.01.2016

Prinzenproklamation Prinz Henki I. lässt die Kuh fliegen

Prinz Henki (Uwe Henkenjohann)  lässt die Kuh fliegen. Drei Wochen lang verspricht der neue Prinz der Warendorfer Karnevalsgesellschaft dem Narrenvolk Spaß am laufenden Band.

Prinz Henki (Uwe Henkenjohann)  lässt die Kuh fliegen. Drei Wochen lang verspricht der neue Prinz der Warendorfer Karnevalsgesellschaft dem Narrenvolk Spaß am laufenden Band. Foto: Edler

Warendorf - 

Henki I. „Vom Fass bringt Stimmung und Spass“ regiert Warendorf. Der Name ist Programm. Uwe Henkenjohann, 50 Jahre jung, hat am Samstagabend kurz vor Mitternacht im stattlichen blau-weißen Prinzenkostüm den Narrenthron in der ausverkauften „Kreienbaum Sports- und Eventhalle“ bestiegen.

Von Marion Bulla und Joachim Edler

Seine Botschaft an das Narrenvolk: „Wir werden drei Wochen lang eine große Party feiern und die Kuh fliegen lassen. Kurz und knackig, so wünsch´ ich mir die Session.“ Erste Amtshandlung des frisch gebackenen Prinzen: Küsschen und Orden für Ehefrau Anne.

Überspielt er geschickt die Nervosität oder ist er wirklich eine solch karnevalistische Frohnatur? Je näher die Proklamation rückte, umso unruhiger sei er geworden, gesteht der Prinz, der zunächst gemeinsam mit seinem Kegelclub „Die Luftpumpen“ am Tisch im Saal saß. „Jetzt ist die ganze Anspannung verflogen. Nur singen, das kann ich nicht, das überlasse ich lieber anderen.“

Eigentlich heißt der neue Stadtprinz der Warendorfer Karnevalsgesellschaft ja Uwe. Aber so wird er von kaum jemanden gerufen. „Alle nennen mich von jeher „Henki“, verrät der 50-Jährige. Seinen Spitznamen hat er aus der Zeit, als er Kneipenwirt der HaBaKa-Karnevalisten war, denen er als passives Mitglied noch heute angehört. Der prinzliche Beinamen spielt natürlich auf seinen Beruf an: Uwe Henkenjohann ist seit 1997 als selbstständiger Franchisepartner der vom Fass AG tätig. Sechs Jahre führte er das „Vom Fass“-Geschäft am Markt 9. Nach dem Umzug 2003 in die Münsterstraße übernahm seine Frau Anne, geborene Reinke, die Aufgabe. Seither ist Henkenjohann als Partnerbetreuer / Leitung Expansion für das Gebiet Nord der vom Fass-AG zuständig.

Die Familie wohnt in Warendorf in der Bergstraße. Seit 17 Jahren ist Prinz „Henki“ mit seiner Anne verheiratet. Die 49-jährige Ehefrau machte einst als jüngste Fleischermeisterin Nordrhein-Westfalens die Meisterprüfung. Ihre Eltern Elisabeth und Josef Reinke hatten eine Fleischerei in der Oststraße. „Ich habe mir das Filetstück der drei Töchter ausgesucht“, scherzt der Prinz.

Zur Familie gehört außerdem der 16-jähriger Sohn Luca. Dieser wurde erst vier Tage vor der Proklamation eingeweiht, nachdem er eine wichtige Klausur geschrieben hatte.

Seiner Gattin hatte der frisch gebackene Prinz seine Ambitionen auf die Prinzenrolle übrigens ganz nebenbei beim Kochen schmackhaft gemacht. „Ich hätte nie zugesagt, wenn meine Frau dagegen gewesen wäre. Es passt einfach alles. Ich freue mich wahnsinnig, dass es jetzt losgeht. Lass uns den tollen Terminkalender abrocken.“

Auf die Frage, warum er sich denn nun in die Riege der Warendorfer Tollitäten habe einreihen wollen, lacht der gelernte Dachdecker und erzählt: „Als mein Freund Peter Steinkamp 2009 zum Prinz gekürt wurde, da war ich quasi angefixt. Danach stand für mich fest: Ich wollte das auch. Das war seither stets im Hinterstübchen“. Der Traum, einmal Prinz zu sein, ließ Uwe Henkenjohann nie ganz los – musste dann aber erst einmal ruhen. Bis 2015.

Als er im vergangenen Februar 50 Jahre alt wurde, hatte er für sich den Entschluss gefasst: „Jetzt bin ich bereit für das Prinzenamt. Jetzt könnte man mich fragen“, verrät der bekennende Fan des FC Bayern München. Und dann war es wohl sein Freund, Kegelbruder und Ex-Prinz Peter Steinkamp, der den WaKaGe-Prinzenmachern den entscheidenden Tipp gab. Und prompt wurde der Prinzen-Deal im Sommer vergangenen Jahres unter Dach und Fach gebracht.

Das unverkennbare Wappen der bayrischen Fußball-Bundesligisten ist ebenso auf dem extra angefertigten Orden zu finden wie eine Mofa (Hobby), zwei Fässer (Vom Fass) und nicht zuletzt die WaKaGe-Maske. Uwe Henkenjohann gibt Gas – auch im richtigen Leben. Sei es im Beruf oder bei seinen leidenschaftlichen Hobbys.

Mofarennen sind neben dem Fußball die große Leidenschaft des Prinzen. Seit sechs Jahren düst „Henki“ mit seiner 15-PS-Zündapp bei Wettbewerben auf der Piste (Grasbahnen) um den Sieg. „Das macht richtig Spaß“, schwärmt der ehemalige Wirt vom „Cafe Diesel“. Zu seinen Hobbys zählt auch das Kegeln. Und das seit 30 Jahren. Seine Truppe nennt sich „Die Luftpumpen“. „Damals waren wir noch nicht wirklich gut. Daher der Name. Aber heute nehmen wir an Stadtmeisterschaften teil und haben diese seit 2012 sogar in Folge gewonnen“, erzählt die neue Tollität nicht ohne Stolz.

Der Karneval ist auch bei den „Luftpumpen“ ein großes Thema. Nicht nur, dass sie mit Peter Steinkamp einen närrischen Ex-Prinzen („Weinbrand-Cola für 99 Cent“) in ihren Reihen haben. Nein, regelmäßig nimmt der Kegelclub mit einem Wagen am Warendorfer Rosenmontagszug teil teil. In diesem Jahr wird ihr Kegelbruder „Henki“ allerdings nicht mit auf dem Wagen stehen, sondern im eigenen Prinzengefährt unterwegs sein. Seit der Prinzenproklamation am Samstagabend wissen die „Luftpumpen“ auch, warum „Henki“ auf keinen Fall mitfahren kann zum geplanten Kegelausflug Ende Januar nach Obertauern. „Ich habe eine Knieverletzung vorgeschoben“, lacht die frisch gebackene Tollität.

Das Prinzenlied hat der neue Prinz selbst mitgetextet. Nach dem Refrain „Steh auf, mach laut“ von den Höhnern heißt es in der kommenden Henki-Session nur: „Vom Fass macht Spaß“. „Das war eine schwere Geburt. Ich habe den Text zusammen mit unserem Hofsänger Frank Hülsbusch ein wenig umgedichtet“, verrät Henkenjohann und verspricht: „Drei Wochen lang Spaß“. Das Hauptquartier von Prinz Henki I. ist „Porten Leve“. Das Nachtquartier schlagen die Narren in der „Alten Frida“ auf. Der prinzliche Frühschoppen am Sonntagmorgen war im „Hotel Engel“.

Freuen dürfen sich die Narren bereits jetzt schon auf Rosenmontag: 2000 Himbeeressig-Beutel wird der Prinz von seinem Wagen ins Narrenvolk werfen. Eine Sponsoring-Aktion der Vom Fass-AG mit Konterfei des Prinzen..

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