Do., 13.10.2016

Glasfaser: Infoabend Schnelles Internet im Sommer?

Wünschen sich Glasfaser in den Warendorfer Ortsteilen: Roland Waleska (DG), Warendorfs Stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser, Torsten Krumme (Wirtschaftsförderung Stadt Warendorf) und Lennart Götte (DG).

Wünschen sich Glasfaser in den Warendorfer Ortsteilen: Roland Waleska (DG), Warendorfs Stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser, Torsten Krumme (Wirtschaftsförderung Stadt Warendorf) und Lennart Götte (DG). Foto: Irmler

Freckenhorst/Hoetmar - 

Eine schnelle Internetverbindung wird oftmals als zentraler Faktor für die Zukunftsfähigkeit einer Region ins Feld geführt. Ob Warendorfs Ortsteile mit modernen Glasfaserleitungen ausgestattet werden, liegt nun in den Händen der Bewohner. Nach und nach will die Deutsche Glasfaser vor Ort informieren. Am Mittwoch luden Vertreter der Deutschen Glasfaser (DG) zum ersten Multiplikatorengespräch in die Gaststätte Dühlmann ein. Mit Hilfe der Verantwortlichen aus Politik und Vereinswesen soll es gelingen, in Freckenhorst und Hoetmar jeweils 40 Prozent der anschließbaren Haushalte für sich zu gewinnen.

Von Christopher Irmler

Am morgigen Samstag startet in Hoetmar die bis zum 12. Dezember laufende Nachfragebündelung, im deutlich größeren Freckenhorst fällt am 22. Oktober der Startschuss. Hier haben potenzielle Kunden sogar bis zum 31.Januar Zeit – mit Rücksicht auf die Weihnachtszeit, so die DG-Begründung.

Allerdings, so räumte Lennart Götte (DG) ein, sind die Hoetmarer einseitig vom später beendeten Verfahren in Freckenhorst abhängig. Erreicht Hoetmar die 40 Prozent, die Stiftsstadt jedoch nicht, erhält keiner der beiden Ortsteile die moderne Breitbandversorgung. Im Gegensatz dazu würde Freckenhorst – bei selbst erreichten 40 Prozent – auch dann angeschlossen, wenn die Quote in Hoetmar verfehlt würde.

Etwas komplizierter wird es in den Gewerbegebieten. Dort müssen in einer gesonderten Nachfragebündelung 50 Prozent erzielt werden – vorausgesetzt, im Privatkundenbereich wurden zuvor 40 Prozent erreicht. Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser wollte von all diesen Zahlenspielen nichts wissen. „Freckenhorst und Hoetmar – wir sind doch wie ein Ehepaar. Wir gehören einfach zusammen.“

Roland Waleska (DG) machte deutlich, dass auch Bauerschaften – nach erfolgreicher Nachfragebündelung im Ortsteil – unter bestimmten Voraussetzungen erschlossen werden können. „Wenn sich genügend potenzielle Kunden finden, werden wir schauen, was möglich ist.“ In jedem Fall sei jedoch Eigeninitiative nötig, um die zu erwartenden Kosten nicht ausufern zu lassen. Niemand solle sich ausgegrenzt fühlen. „Es ist gut, wenn von Anfang an alle dabei sind“, pflichtete ihm Götte bei.

Sollte die „magische Grenze“ erreicht werden, erfolge eine vollständige Erschließung des Ortsteils, betonte Götte. Zunächst würde ein geeigneter Standort für den Hauptverteiler (PoP) gesucht. „Der PoP ist in etwa so groß wie eine kleine Garage“, so Götte. Mit einem „kleinen, kniehohen Kasten“ – dem Zwischenverteiler – können danach jeweils 44 Wohneinheiten versorgt werden. Mittels Bohrspülverfahren und „Mini-Trenching“ würde die Glasfaser unter dem Bürgersteig verlegt. Jedes Haus erhält einen eigenen Anschluss. „Die letzten Meter“ Kabel werden nach Rücksprache mit den Eigentümern und je nach den örtlichen Gegebenheiten in mindestens 40 Zentimeter Tiefe verlegt. Der Vorgarten müsse dafür jedoch nicht umgegraben werden. Ein kleiner Aushub, verbunden mit einer Minibohrung, reiche aus.

Im Falle einer erfolgreichen Nachfragebündelung könnte das schnelle Internet im Sommer 2017 verfügbar sein, so Göttes vorsichtige Prognose. Götte verwies auf vergleichbare, jedoch weiter fortgeschrittene Projekte etwa in Everswinkel oder Ostbevern.

„Wir wissen, dass das die Zukunft ist und wir eine einmalige Chance haben. Es wäre eine große Bereicherung für die Ortsteile. Wir sollten daher alle an einem Strang ziehen“, appellierte Kaiser. Sie selbst ließ ihren Worten Taten folgen und nahm im Anschluss an die Informationsveranstaltung einen Antrag entgegen.

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