Mo., 17.10.2016

Chor- und Orgelkonzert Eine Meisterleistung

Der Kirchenchor St. Laurentius, hier mit mit Bernhard Ratermann und dem Instrumentaltrio, trug zum Gelingen des Jubiläumskonzertes in St. Laurentius bei.

Der Kirchenchor St. Laurentius, hier mit mit Bernhard Ratermann und dem Instrumentaltrio, trug zum Gelingen des Jubiläumskonzertes in St. Laurentius bei. Foto: Schlosser

Warendorf - 

Zu einem außergewöhnlichen, großen Chor- und Orgelkonzert hatte die katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius anlässlich ihres Kirchweihfestes eingeladen. Außerdem galt es den 40. Geburtstag der Großen Orgel festlich zu begehen. Diese Orgel war 1976 unter Verwendung alter Teile der Fleiter-Orgeln von 1882 und 1914 sowie deren Reinking-Vorgängerin von 1688 gebaut worden.

Von Karl Hermann Schlosser

Im Jubiläumskonzert konnte der kürzlich von St. Bonifatius Freckenhorst nach Epe bei Gronau gewechselte Organist Martin Geiselhart zeigen, was man aus der Großen Orgel „herausholen“ kann. Mit souverän vorgetragenen Sätzen aus großen Orgelsymphonien der französischen Spätromantiker Louis Vierne (1870-1937) und seines Lehrers Charles Marie Widor (1844-1937) brachte Geiselhart die Laurentius-Orgel eindrucksvoll zum Klingen.

Der Schwerpunkt des Konzerts lag in der Aufführung der „Messe solennelle in cis-Moll“ für vierstimmigen Chor und zwei Orgeln von Louis Vierne, einem überaus anspruchsvollen großen Werk, das allen Beteiligten viel abverlangte. Dabei wurde neben der Großen Orgel zur besonderen Unterstützung des Chores das kleine Orgelpositiv mit Winfried Klasmann eingesetzt, ergänzt durch ein Instrumentaltrio mit Monika Hollmann, Cello, Waltraud Muth, Fagott, und Martin Heil, Kontrabass.

So gelang den Mitwirkenden unter der engagierten Gesamtleitung von Kantor Bernhard Ratermann eine Meisterleistung. Der gut einstudierte, mit rund 50 Sängerinnen und Sängern stark besetzte Chor war der enormen Herausforderung dieser Komposition mit ihren immer wieder überraschenden harmonischen Wendungen durchaus gewachsen und erwies sich damit einmal mehr als ein überaus leistungsfähiger Klangkörper. Die vielen Mühen, die mit der intensiven Probenarbeit sicherlich verbunden waren, kann man nur erahnen. Den Chormitgliedern war davon aber nichts mehr anzumerken.

Starke Emotionen etwa beim „miserere“ (“erbarme dich“) des Gloria, kompositorisch genial verarbeitet, wurden vom Chor adäquat umgesetzt. Auch mit dem fulminanten „Amen“ am Ende des Gloria überzeugten die Sänger das Publikum in der sehr gut besuchten Kirche. Da empfand man das sich anschließende „Andante“ aus Widors zweiter Orgelsymphonie als „Balsam für die Seele“ – und zum Auf- und Durchatmen.

Mit dem sich anschließenden „Sanctus“ wurde man geradezu in eine mystische Stimmung versetzt. Die Ehrfurcht gegenüber dem Geheimnis der unergründlichen Heiligkeit Gottes fand hier starken Ausdruck. Danach, wieder sehr passend, der langsame Satz, das „Adagio“, aus der zweiten Symphonie von Widor. Wie überhaupt der Programmablauf hervorragend geplant und in sich sehr stimmig war.

Nach dem letzten Satz der Messe, dem „Agnus Dei“, sowie dem 6. Satz der Symphonie von Widor vereinte sich der Chor mit allen Instrumenten zu einem stimmungsvollen Abendlied, dem „Du lässt den Tag, o Gott, nun enden“ von Clemens Cotterill Scholefield (1874). Hier durfte auch das Publikum neben den im gesamten Kirchenraum verteilten Chorstimmen mitsingen. Text und Noten waren dem inhaltlich sehr informativen Programm beigegeben, leider nicht mit dem vierstimmigen Chorsatz, denn viele Besucher wären wohl in der Lage gewesen, die Alt-, Tenor- oder Bass-Stimme mitzusingen.

Verdienter tosender Beifall!

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4376244?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F