Mi., 19.10.2016

Volksfest Regen von oben – Matsch von unten

Viehhändler Heiner Dieker (l.) aus Sassenberg und seine Kumpels trotzen dem Wetter mit guter Stimmung.

Viehhändler Heiner Dieker (l.) aus Sassenberg und seine Kumpels trotzen dem Wetter mit guter Stimmung. Foto: Peter Sauer

WARENDORF - 

Der Fettmarkt hat jahrhundertealte Tradition in Warendorf. Der Mittwoch ist der letzte, aber immer auch der am stärksten frequentierte Tag. Auch wegen des einzigartigen Vieh- und Landmaschinenmarktes. Doch heuer öffnete Petrus seine Pforten und flutete die Festmeile.

Von Peter Sauer

Besonders gefragt sind am Fettmarkt-Mittwoch Unterstellmöglichkeiten jedweder Art. Um Schutz zu suchen vor diesem ungemütlichen und ergiebigen Regen. Das gilt für die Karussells ebenso wie für Buden und den Viehmarkt.

Während man im Kinderkarussell noch ziemlich trocken sitzt, fahren die Boote der Wildwasserbahn so leer wie die Züge im Flughafen Berlin-Brandenburg.

Vorzelte und Anhänger auf dem Viehmarkt werden flugs umfunktioniert in kleine gesellige Treffpunkte mit heißer Brühe, Kaffee oder Bierchen. Klatschnass das Fell der kleinen süßen Mini-Ponys, ebenso wie das der jungen Kälber. Das Heu aufgeweicht, die Wiesen eingematscht. Immer weniger Besucher finden den Weg dorthin, denn die Wasserlachen werden immer größer und tiefer und es mehren sich die „Sch.....“-Rufe“ von Pechvögeln, die mit neugierigen Augen nach oben schauen und etwa das Riesenrad beäugen und dann mit unüberlegtem Schritten voll ihre Schuhe in Riesenpfützen versenken. Nass bis auf die Socken. Denn von den Riesenpfützen gibt es immer mehr. Auch wenn einige aufmerksame Standbetreiber versuchen, manche Wasserlachen wegzufegen.

Gegen 14 Uhr sind viele Beschicker des Viehmarktes den Regen leid. Sie brechen ab. Die Marktaufsicht gibt grünes Licht. Will man die Händler von Vieh und Landmaschinen nach ihren Eindrücken zum in den Vorjahren immer stark besuchten Fettmarkt-Mittwoch fragen, so geht der Daumen sofort nach unten. „Ein Tag, den man getrost vergessen kann“, bilanziert Heiner Dieker aus Sassenberg. Was heute am Besten lief? Dieker lächelt und stößt mit seinen Kollegen an: „Nur das Bier.“ Andere Händler winken ab. Keine Interviews. Die Laune ist einfach zu sehr im Keller. Und auch einige Tiere sind einfach zu nass, als dass sie sich streicheln lassen wollen.

Nur die Kinder haben noch etwas Spaß. So klettern die Warendorfer Brüder Lukas (4) und Fabian Eying (8) munter auf knallrote Trecker, während ihre Eltern zwei Hühner kaufen. Auch ein Vorteil des Wetters: Der dreijährige Aram Napheide aus Füchtorf hat mit seinem Vater Martin im Kinderkarussell die Qual der Wahl, denn alle Fahrzeuge sind frei.

Das einzige, was einigermaßen läuft auf diesem total verregneten Fettmarktmittwoch, sind die Buden mit heißen Speisen, vor allem weil sie auch gut wärmen. Denn je länger es regnet, desto kühler wird es. Dicke Socken, Jacken oder Decken gäbe es ja an manchen Ständen, doch auch die haben im Regen schon sehr gelitten.

Nomen est Omen: Während die Pfützen auf dem Lohwall immer tiefer werden, steigt die Stimmung besonders in einem Zelt. Dort hat die Firma Hellweg aus Velsen ihren Stand. Was sie vertreibt? Geräte zur Grundwasserabsenkung.

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