Mi., 19.10.2016

Fettmarkt-Empfang im Rathaus Töttchen-Kenner unter sich

Comedy-Bauer Heinrich Schulte Brömmelkamp schoss scharf, zwischen „Bauer sucht Frau“, pubertierenden Enkeln und Kühen mit Verdauungsproblemen. Und er entlockte Bürgermeister Linke, dass dieser Mercedes fährt. „Die kleine C-Klasse.“

Comedy-Bauer Heinrich Schulte Brömmelkamp schoss scharf, zwischen „Bauer sucht Frau“, pubertierenden Enkeln und Kühen mit Verdauungsproblemen. Und er entlockte Bürgermeister Linke, dass dieser Mercedes fährt. „Die kleine C-Klasse.“ Foto: Peter Sauer

WARENDORF - 

Mit stimmungsvollem A-Capella-Gesang, pointenreicher Alltagslyrik und derben Humor erlebten mehr als 100 Besucher am Mittwochvormittag einen unterhaltsamen Fettmarkt-Empfang im Alten Rathaus.

Von Peter Sauer

Ob „Major Tom“ oder „Schöne Leute“: „Die Pinguine“ aus Hoetmar bescherten den 80er-Hits ein willkommenes neues Stim(en)kleid – ganz ohne Instrumente, aber in Frack und Zylinder. Die Zuhörer sangen oder wippten begeistert mit.

Bürgermeister Axel Linke blickte in seiner Festrede zurück auf die Tradition des Viehmarktes (seit 1657) und des Fettmarktes, der seit 1824 urkundlich belegt ist: „Der Fettmarkt erinnert an traditionelle Werte im modernen Geschäftsleben. Er steht für Qualität, Vertrauen und Fairness im Handel.“ Eigentlich müsste man, so Linke weiter, „die Etablierung des Fettmarktes als eine Maßnahme der Wirtschaftsförderung bezeichnen“.

Für ihn ist es der zweite Fettmarkt. Das Stadtoberhaupt würdigte dann jemanden, der schon etliche Male den Fettmarkt erlebt und vielfältig beschrieben hat – 2016 allerdings beruflich zum letzten Mal: Die Rede ist vom scheidenden WN-Redaktionsleiter Christoph Lowinski. Für ihn gab es von Linke ein Einmachgläschen mit artgerechtem Töttchen. Der so beschenkte Journalist bedankte sich mit dem ihm eigenen Humor: „Als langjähriger Töttchen-Verweigerer werde ich mich diesem Glas widmen – allerdings nur unter notärztlicher Aufsicht.“ Schallendes Gelächter im Saal.

Strapaziert wurden die Lachmuskeln dann ausgiebig beim rustikalen Bauer-Comedian Heinrich Schulte Brömmelkamp, der in Gummistiefeln, blauer Arbeitsjacke und Cordbuxe direkt aus Kattenvenne angereist war. Er verglich Kreisdechant Peter Lenfers mit Modezar Karl Lagerfeld und Bürgermeister Linke mit Schuldenberater Peter Zwegat. Seine leicht zotigen Alltagserlebnisse mit Kühen, Ehefrau und Enkeln hatten Schmackes.

Für humoristische Tiefe sorgte „Alltagslyriker“ Dieter Lohmann aus Beelen. Besonders gelungen: seine Poesie zur allgemeinen oberflächlichen Bussi-Bussi-Generation und zum ersten Westfalen, der Gott fast von seiner Scholle vertrieben hätte.

Bei heißen Töttchen mit extra von Bäckermeister Josef Dreischulte angefertigten Brötchen mit Schweinchengesicht konnten sich die Gäste des Empfangs dann stärken – für den anschließenden sehr feuchten Besuch des Fettmarktes ein unbedingtes Muss.

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