Mi., 12.07.2017

Allein diese Woche 150 archäologische Spuren Schon jetzt rund 1000 Funde

Auf der rechteckigen Fläche in der Bildmitte stand von 1906 bis 1935 das Löwendenkmal (l.). Das Fundament wurde jetzt wieder sichtbar, weil ein großer Schurf den Archäologen viel Fläche öffnet.

Auf der rechteckigen Fläche in der Bildmitte stand von 1906 bis 1935 das Löwendenkmal (l.). Das Fundament wurde jetzt wieder sichtbar, weil ein großer Schurf den Archäologen viel Fläche öffnet. Foto: Lara Schwien

Warendorf - 

Die Zahl der LWL-Archäologen ist nach oben geschnellt: Mit Oberflächenöffnung eines großen Marktbereichs hat die Zahl wissenschaftlich interessanter Stellen sprunghaft zugenommen. Die Auswertung läuft.

Von Jörg Pastoor

Christian Golüke bekommt im Moment richtig Verstärkung: Die Grabungsstelle Marktplatz ist seit der großflächigen Freiräumung der Platzmitte ein unerwartet fundträchtiger Arbeitsort für den Experten der LWL-Archäologie. Mittlerweile, so Niels Heermann, Teamleiter Tiefbau der Stadtverwaltung, seien seit Baustellenbeginn schon rund 1000 Funde verzeichnet.

Mit dem großen Schurf, mit dem die Fläche quasi in einem Arbeitsgang auf die derzeitige Größe im Zentrum des Marktes gebracht worden war, wuchs die Kolonne des LWL Montag auf fünf Mitarbeiter. Eventuell würden es sogar noch sechs, ließ Herrmann die WN wissen.

„Was man zurzeit dort sieht, ist das Fundament des Löwen, der dort früher stand“, so Niels Heermann. Die Bronzefigur hatte hier vom 19. Oktober 1906 an auf einem großen Granitsockel gestanden und an die Opfer der Kriege gegen Dänemark (im Jahr 1804), Österreich 1866 und des deutsch-französischen Kriegs 1870/‘71 erinnert, wie auf der Homepage des Heimatvereins nachzulesen ist. 1935 ließen die damaligen Stadtväter das Standbild wieder entfernen und zum Schützenpark translozieren, weil es dem Verkehr im Weg war. Ausgerechnet ein weiterer Krieg, der Zweite Weltkrieg, ließ den Löwen dann verschwinden: Er wurde 1943 für Kanonen eingeschmolzen.

Damit die wissenschaftlichen Untersuchungen des Grabungsfeldes den ohnehin schon gebremsten Baustellenfortschritt auf dem Markt nicht unnötig verlängern, hat sich die Tiefbauverwaltung sofort mit dem Landschaftsverband in Verbindung gesetzt. „Die Zusammenarbeit klappt sowieso sehr, sehr gut“, so Niels Heermann. Zwar habe man bei der Stadt gehofft, dass die Anzahl der Funde nicht derart hoch werde. „Aber sie ist tatsächlich deutlichst höher, als überhaupt erwartbar war“, so Heermann. Die Stücke und Verfärbungen weisen auf alten, anstehenden Boden hin, den man wegen des früheren Umbaus in den Achtzigern nicht unbedingt hätte erwarten müssen. „Da sind wirklich überall Funde. Das Ganze wird nun dokumentiert, fotografiert und in einem 3-D-Modell erfasst, was noch mal schneller geht“, sagt Niels Heermann.

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