Alte Wallanlage in Warendorf gefunden
Gräben und Dornen zum Schutz

warendorf / Münster -

Mag ja sein, dass die Landwehr um Warendorf 1371 erstmals schriftlich erwähnt ist: Experten halten das frühe, wohl 14 Kilometer lange Schutzsystem für älter. Auf jeden Fall sind Reste aus Graben und Wällen bei Grabungen erwartungsgemäß aufgetaucht.

Dienstag, 13.02.2018, 17:02 Uhr

Reste der Stadtbefestigung haben die Wissenschaftler im Norden im Boden gefunden.
Reste der Stadtbefestigung haben die Wissenschaftler im Norden im Boden gefunden. Foto: LWL

Archäologen haben jetzt im Bereich In de Binke Reste der früheren mittelalterlichen Landwehr gefunden. Wie in der Dienstagsausgabe berichtet, entdeckten sie einen Wall und zwei Gräben.

Im Vorfeld einer Bebauung im Plangebiet „Zwischen In de Brinke und Stadtstraße Nord“ führten die Archäologen mehrere Probegrabungen durch, um den genauen Verlauf der Landwehr festzustellen, die laut Überlieferungen einmal rund 14 Kilometer lang gewesen war.

Landwehren bestehen aus einer Abfolge von Wällen und Gräben. Seit dem Spätmittelalter wurden sie um Dörfer, Städte und die umliegenden Felder errichtet und dienten als Schutz vor Verwüstung. Westlich von Warendorf, an der Straße nach Milte, entdeckten die Forscher einen Wall und zwei anliegende Außengräben. Die Gräben waren stellenweise bis zu 1,9 Meter tief. „Es handelt sich hierbei um sogenannte Spitzgräben“, so Dr. Christoph Grünewald, Leiter der Außenstelle Münster der LWL-Archäologie. „Durch ihren v-förmigen Querschnitt stellen solche Anlagen schwer überwindbare Hindernisse dar.“ Zusätzlich waren die Wälle mit Dornenhecken bepflanzt.

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Bis zu 1,90 Meter tiefer Spitzgraben

In dem untersuchten Areal liegen die Überreste der Landwehr unter einem heutigen Weg verborgen. In den Gräben fanden die Archäologen Keramikscherben aus dem späten Mittelalter, die einen Anhaltspunkt für die Datierung der Anlage liefern.

Die Warendorfer Landwehr wird im Jahr 1371 erstmals schriftlich erwähnt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie älter ist. An manchen Stellen hat sie sich obertägig erhalten und ist seit 1991 als Bodendenkmal eingetragen.

Schwer zu überwinden, mit Dornenhecken gespickt

Die vorhandenen Teilstücke bestehen aus bis zu drei Wällen und vier Gräben. Gut sichtbar ist die Landwehr am Velsener Weg und an der Dr. Rau-Allee. Die Breite misst hier, inklusive der Außengräben, 25 Meter. Die Landwehr diente als Schutz vor äußeren Bedrohungen und bildete eine Rechtsgrenze.

Die Probegrabungen dienten der Dokumentation des alten Verlaufs der Landwehr, damit sie nach der Bebauung für künftige Generationen nachvollziehbar ist.

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