Aktion „Stifte machen Mädchen stark“
Kulis für den guten Zweck

Warendorf -

Alte Schreibmaterialien haben Warendorfer und Freckenhorster in den vergangenen Wochen in Spendenboxen der Kirchengemeinde geworfen. Diese gehen an ein Recyclingunternehmen, das im Gegenzug dafür Geld an Weltgebetstagkomitee spendet. Dieses kauft davon Schulmaterial für syrische Flüchtlingsmädchen im Libanon.

Dienstag, 12.06.2018, 16:34 Uhr

Ausgediente Stifte haben Warendorfer und Freckenhorster gleich kiloweise in die Sammelboxen geworfen. Dafür spendet ein Recyclingunternehmen Geld für Schulmaterial für Flüchtlinge im Libanon.
Ausgediente Stifte haben Warendorfer und Freckenhorster gleich kiloweise in die Sammelboxen geworfen. Dafür spendet ein Recyclingunternehmen Geld für Schulmaterial für Flüchtlinge im Libanon. Foto: Marion Fenner

Ausgediente Kugelscheiber, Filzstifte, die nicht mehr malen – eigentlich ein Fall für die Mülltonne oder den gelben Sack. Nein, in diesem Jahr war das ein Fall für die Sammelkiste. Die katholische Frauengemeinschaft und die evangelische Frauenhilfe hatten zu einer ganz besondern Sammlung aufgerufen. Sie beteiligten sich an der Aktion „Stifte machen Mädchen stark“ des Deutschen Weltgebetstagskomitees.

„Genauer gesagt ging es um leeres Schreibmaterial, wie Plastikgehäuse von Füllern, oder Kugelschreibern oder Filzstiften“, sagt Pastoralreferentin Marion Bause. Die gesammelten Stifte erhält ein Recyclingunternehmen, das an dem Plastikmüll ein besonderes Interesse hat. Pro gesammeltem Schreibgerät spendet das Unternehmen einen Cent. „Von diesem Geld unterstützt das Komitee des Weltgebetstages Flüchtlingsmädchen im Libanon. Von der Spende kaufen sie Schulmaterialien“, erklärt Marion Bause.

75 Kilogramm Stifte verschickt

Die Warendorfer und Freckenhorster haben fleißig gesammelt“, ist die Pastoralreferentin überwältigt von dem Ergebnis. Die Sammelkisten waren in den Kirchen in Pfarrheimen, in Kindergärten und Schulen, im Eine-Welt-Laden, im Finanzamt sowie in mehreren Geschäften aufgestellt worden. 75 Kilogramm haben Marion Bause und Elisabeth Köster von der KFD bereits eingeschickt und beide sind zuversichtlich, dass noch einmal 15 Kilogramm zusammenkommen. „Offiziell haben wir die Sammlung bereits beendet, wer aber noch Stifte abgeben will, kann sie im Pfarrheim St. Laurentius in eine Kiste werfen“, betonen die Organisatorinnen der Aktion in Warendorf.

„Es war wirklich toll, wie eifrig die Leute mitgemacht haben“, berichtet Marion Bause. Aber auf der anderen Seite, sei es auch erschreckend gewesen, wie viel Müll alleine durch defekte Schreibgeräte zusammenkomme.

Es war wirklich toll, wie eifrig die Leute mitgemacht haben.

Marion Bause

Fast ein wenig nachdenklich geworden sei sie, als festgestellt habe, wie viel Mühe sich die Spender gemacht hätten, um ihre Stifte abzugeben. Einige seien sorgfältig mit einem Gummiband zusammengebunden in eine kleine Tüte verpackt in die Box geworfen worden. Andere hätten sich von ganz skurrilen Stiften getrennt. „Da gab es welche mit lustigen Dinos oder Fußbällen am Ende, andere hatten ungewöhnliche Formen.“ Das eine oder andere Sammlerherz hätte dabei durchaus höher geschlagen, ist Marion Bause überzeugt. Bei Werbekugelschreibern hätte sie sich gefragt, ob wirklich jemand von dem Aufdruck Notiz genommen hat. Bei dieser Aktion seien nicht einfach nur defekte Stifte in eine Sammelbox geworfen worden. „Da sind auch Lebensgeschichten gelandet. Manch ein Stift ist sicher einmal aus einem ganz besondern Anlass angeschafft worden, andere haben ihren Nutzer durch bestimmte Lebenssituationen begleitet.“ Trotzdem ist Marion Bause froh, dass die Stifte nun noch einem guten Zweck dienen können. Rund 1600 Sammelstellen habe es bundesweit gegeben“, berichtet Elisabeth Köster. Rund 100 Euro bringe eine mit 30 Kilogramm gefüllte Kiste der Aktion ein. Etwa 5000 Kilogramm gespendete Stifte seien beim Weltgebetstagskomitee bereits eingegangen. Damit können die syrischen Flüchtlingsmädchen im Libanon beim Lernen wirklich gut unterstützt werden.

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