Stadt legt Raumkonzept für weiterführende Schulen vor
Nach Lau-Anbau: AWG überflüssig?

Warendorf -

Eines gleich vorweg: Alle Raumwünsche werden wahrscheinlich nicht erfüllt werden können. Die Schulen müssen mit dem Bedarf zurechtkommen, den sie vorfinden. Durch die Rückkehr zu G 9 (Abitur nach neun Jahren) fehlen dem Mariengymnasium 13 Unterrichtsräume. Aus Sicht der Verwaltung gibt es zwei Optionen. Erstens: Nachnutzung des Gebäudes der Franziskusschule. Hier nutzt das MGW bereits vier Räume. Hier ist noch Platz. Zweitens: eine bauliche Erweiterung am MGW-Standort. Eine Lösung, die von Seiten der Schule favorisiert wird.

Donnerstag, 14.06.2018, 05:00 Uhr

Zur Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend legte die Verwaltung ein Raumkonzept für die weiterführenden Schulen, Mariengymnasium, Laurentianum und Gesamtschule, vor.
Zur Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend legte die Verwaltung ein Raumkonzept für die weiterführenden Schulen, Mariengymnasium, Laurentianum und Gesamtschule, vor. Foto: dpa

Zur Sitzung des Schulausschusses am Dienstagabend legte die Verwaltung ein Raumkonzept für die weiterführenden Schulen, Mariengymnasium, Laurentianum und Gesamtschule, vor. Eines gleich vorweg: Alle Raumwünsche werden wahrscheinlich nicht erfüllt werden können. Die Schulen müssen mit dem Bedarf zurechtkommen, den sie vorfinden. Doch der Reihe nach.

Durch die Rückkehr zu G 9 (Abitur nach neun Jahren) fehlen dem Mariengymnasium 13 Unterrichtsräume. Aus Sicht der Verwaltung gibt es zwei Optionen. Erstens: Nachnutzung des Gebäudes der Franziskusschule. Hier nutzt das MGW bereits vier Räume. Hier ist noch Platz.

Zweitens: eine bauliche Erweiterung am MGW-Standort. Eine Lösung, die von Seiten der Schule favorisiert wird.

„Um hier durch den Schulträger eine Entscheidung zu treffen, ist es notwendig, die pädagogisch begründeten Anforderungen an das Raumprogramm zum einen in Bezug auf das Franziskus-Schulgebäudes als auch zu einem Ausbau des MGW-Gebäudes zu bewerten“, betonte Dr. Beigeordneter Dr. Martin Thormann. Das soll jetzt ein Planungsbüro übernehmen. Ausschussvorsitzender Bernhard Ossege (SPD) appellierte an die Verwaltung verlässliche Kosten zu bekommen, um daraufhin auch eine politische Entscheidung treffen zu können. Ossege: „Wir brauchen eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre.“

Was das Raumprogramm für das Gymnasium Laurentianum angeht, das zum Schuljahr 2019/2020 das Augustin-Wibbelt-Gymnasium (AWG) übernimmt, schlägt die Verwaltung vor, zunächst keine Entscheidung zu einem detaillierten Raumprogramm zu treffen und die Schülerzahlen nach dem Zusammenschluss beider Schulen in zwei Jahren abzuwarten. War bislang immer von zwei Standorten nach dem Zusammenschluss beider Schulen die Rede, überraschte Thormann mit der Nachricht, dass sich die Verwaltung nach der Fusion auch einen Neubau am Gymnasium Laurentianum vorstellen könnte. Hintergrund: das Gebäude des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums muss grundlegend saniert werden. Da scheint ein Neubau günstiger. Offen blieb, was im Falle eines Neubaus mit dem AWG-Schulgebäude passiert, das im derzeitigen Raumprogramm der Verwaltung keine Verwendung mehr findet. Fakt ist bereits jetzt, dass die Anmeldezahlen für die Oberstufe am AWG zurückgegangen sind, da Schüler aus Marienfeld und Harsewinkel, die bislang das AWG besuchten, jetzt zu den Gesamtschulen vor Ort gehen. Somit werden die beiden Klassen in Containerbauweise (von der Stadt angemietet bis zum 31. Juli dieses Jahres) nicht mehr benötigt, teilte die Verwaltung mit.

Keineswegs kommentarlos nahm die Schule die Verwaltungsvorlage zur Kenntnis, wonach auch die beiden in der ehemaligen Von-Ketteler-Hauptschule ausgelagerten Technik-Fachräume gestrichen und mit ins AWG-Schulgebäude integriert werden sollen. Hier meldete sich Hansjörg Kchiwonus in der Sitzung zu Wort. Der Fachlehrer für Technik kritisierte erst einmal, dass die Schule erst kurzfristig von dem Vorhaben erfahren habe und sich eine Rücksprache gewünscht hätte. Denn die Technikräume in der ehemaligen von-Ketteler-Schule seien – solange es das AWG noch gibt – unverzichtbar. Sie seien speziell auf die Oberstufenkurse zugeschnitten und nicht kurzfristig woanders zu integrieren. Diese Technikräume seien nicht mit normalen Werkräumen („Biegen und Feilen“) zu vergleichen, so der Pädagoge.

Thormann sicherte dem Fachlehrer zu, dass er die Räume so lange nutzen könne, wie es die Schule noch gibt. „Die beiden Gebäude des Gymnasium Laurentianum beziehungsweise des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums sind hinsichtlich der vorhandenen Räumlichkeiten in jedem Falle so aufgestellt, dass die bestehenden beziehungsweise zu erwarteten Bedarfe in vollem Umfang gedeckt werden können“, betonte Thormann.

Mehr Platz braucht auch die Gesamtschule, die nach den Sommerferien erstmals einen Oberstufenzweig heranzieht. Dafür fehlen Fachräume. Ausweichmöglichkeiten sieht die Stadt im Kauf der benachbarten Kreishandwerkerschaft. Räume werden zurzeit noch vom benachbarten AWG genutzt und im nächsten Schuljahr durch die Gesamtschule übernommen.

Der Schulausschuss stimmte dem Raumkonzept zu und gab der Verwaltung grünes Licht für den Kauf des Kreishandwerkerschaftsgebäudes.

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