Programm-Werkstatt für Hansetag 2019
Als Warendorf noch Hafenstadt war

Warendorf -

Der Westfälische Hansetag findet nächstes Jahr in Warendorf statt. In der Ideenwerkstatt der Stadtverwaltung trugen drei Dutzend Aktive aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft ihre Vorschläge zusammen.

Donnerstag, 14.06.2018, 18:50 Uhr

Laurenz Sandmann (3.v.l.) diskutiert mit Aktiven der Themengruppe „Ausstellungen, Führungen, Theater“ Ideen für das, was Besucher des Hansetags nächstes Jahr erleben können sollen. Drei Themenbereiche gab es. Einer davon ist „Handel, Gewerbe, Wirtschaftsschau“.Die konzeptionelle Arbeit am Programm für den Hansetag hat Fahrt aufgenommen.
Laurenz Sandmann (3.v.l.) diskutiert mit Aktiven der Themengruppe „Ausstellungen, Führungen, Theater“ Ideen für das, was Besucher des Hansetags nächstes Jahr erleben können sollen. Drei Themenbereiche gab es. Einer davon ist „Handel, Gewerbe, Wirtschaftsschau“.Die konzeptionelle Arbeit am Programm für den Hansetag hat Fahrt aufgenommen. Foto: Jörg Pastoor

Die Methodik war für André Auer klar: „Wenn Sie an Ihrem Tisch alle Ideen abgeliefert haben, können Sie gerne weitergehen!“ Auer, seine Kollegin Claudia Körk und Kultur-Sachgebietsleiter Horst Breuer stiegen Mittwoch im Ratssaal direkt in die Vorschlagssammlung ein: Woraus könnte das Programm des 36. Westfälischen Hansetags in Warendorf vom 15. bis 17. Mai 2019 bestehen?

Thematisch ungelenkt sollte es bei der Ideenwerkstatt nicht laufen. Bewusst solle der Handel von heute und damals gegenübergestellt werden, so André Auer auch in Bezug auf den verkaufsoffenen Sonntag, den er vor gewerkschaftlichen Bedenken sicher sieht: „Ich denke, wir haben dann genug Programm in der Stadt – wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.“ Verdi hatte ja schon „Verkaufsoffene“ kurz vor Durchführung gerichtlich verbieten lassen.

Wir haben dann genug Programm in der Stadt.

André Auer sieht kein Problem für den verkaufsoffenen Sonntag

Schauplätze für das Programm, zu dessen Findung die Werkstatt diente, werden sich in der Innenstadt zwischen Heumarkt, Emsinsel und Oberem Lohwall bis zum Westpreußischen Landesmuseum in der Klosterstraße finden.

Was dort passieren könnte? Laurenz Sandmann von den Altstadtfreunden schweben zum Beispiel 24 mit Fahnen markierte Häuser aus der Zeit der Hanse vor, die es ja in Warendorf noch zahlreich gebe. Zudem solle das Thema „Hafen“ eine Rolle einnehmen. „Wir haben in Quellen festgestellt, dass Warendorf schiffbar war.“ An Wehren oder Hindernissen sei damals die Fracht umgeladen worden – der Kolk sei einmal Hafen gewesen, das Haus Kolkstiege 1 sei Hafenkontor zur Einlagerung von Waren. Deshalb wolle man die ältesten Fotos, auf denen die räumliche Gestalt dieses Hafens noch sichtbar seien, mit Beamern auf eine Seite des Emsufers pojizieren, wieder erlebbar machen.

Wir haben in Quellen festgestellt, dass Warendorf schiffbar war.

Laurenz Sandmann

Die Geschichte der Hanse in Ausstellungen zu zeigen (eine thematisch grundsätzliche im Westpreußischen Landesmuseum, eine über Kaufleute der Hansezeit im historischen Rathaus), eine Ratssitzung damaliger Zeit mit Schauspielern, gern auch Laien, nachzustellen, Musiker, Gaukler und Führungen durch Kaufleute live anzubieten – das haben die Altstadtfreunde bisher auf dem Zettel.

Auf denen – am Mittwoch in diesem Fall großformatigen Papierbögen auf der Tischmitte – notierten die Arbeitsgruppen die einzeln in die Runde geworfenen oder im Gespräch entwickelten Einfälle. Mittelalterliche Kinderspiele, Spanferkelgrill auf dem Schweinemarkt, Fechtkämpfe, ein Hansebier oder ein Hansebrot? Wimpelketten für die ganze Innenstadt? Shantys im alten Hafen? Einheitliche Buttons für alle Kaufleute? Aufführung zeitgenössischer Melodien durch örtliche Musikformationen und Auftritte inhaltlich sowie zeitlich passender Gruppen von auswärts?

Vielleicht Hansebier und -Brot?

Nach gut eineinhalb Stunden sammelten die Verwaltungsleute alle Vorschläge. „Das war im Ergebnis schon eine runde Sache“, meinte Horst Breuer im WN-Gespräch, „es war ein Portfolio an Ideen, die richtig gut zusammen passen!“

Aufgabe der Moderation sei es jetzt, alles Beigesteuerte zu bündeln, an die gelisteten Teilnehmer zu senden und dann in die Konkretisierung des Großprojektes einzusteigen. Zwar erst nach den Sommerferien, aber dann umso intensiver. Dann geht es auch um die Frage nach der Finanzierbarkeit und der Bezahlung. Zudem um die Außenwerbung, damit die Menschen im Umland auf die Warendorfer Hansetage aufmerksam werden. Und um ein Parkkonzept, wenn der untere Lohwall wegen der Maiwoche nicht zur Verfügung steht und, wie bei anderen Hansetagen, viele tausend Besucher sich auf den Weg nach Warendorf machen.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5820162?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Tiersterben alarmiert die Politik: Task Force wird gebildet
Zunächst starben die Fische im Aasee, jetzt auch die Enten, hier in dem Teilbereich nahe der Goldenen Brücke. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen circa 40 tote Wasservögel gefunden. Untersuchungsergebnisse weisen laut Stadtverwaltung darauf hin, dass sie an Botulismus oder einer von Blaualgen verursachten Vergiftung gestorben sind.
Nachrichten-Ticker