Fahrradwerkstatt in Hoetmar
Verdi unterstützt Integrations-Projekt

Hoetmar -

Die Gewerkschaft Verdi Münster-Warendorf fördert mit einer Spende die Integration und Mobilität der circa 70 Flüchtlinge, die in Hoetmar untergebracht sind. So hat Jutta Schultz, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin, am Donnerstag 600 Euro überreicht, die in eine Fahrradwerkstatt fließen, in denen Flüchtlinge künftig im Wege der Selbsthilfe in die Lage versetzt werden sollen, ihre Fahrräder, falls notwendig, zu reparieren.

Samstag, 11.08.2018, 19:00 Uhr

Jutta Schultz, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin (3. v. l.) übergab im Beisein von Ingeborg Pelster vom neu gegründeten Verdi-Ortsverein Warendorf (2. v. l.) jetzt 600 Euro, die für die Hoetmarer Fahrradwerkstatt gedacht sind. Unter der Federführung Detlef Rosenbachs vom Arbeitskreis Integration (l.) und gemeinsam mit Harald Vettinger (4. v. l.) hatten die Flüchtlinge Ali aus Syrien (3.v.r.) und Mahdi aus Afghanistan (r.) einen alten Schuppen hinter dem Leutehaus in eine Fahrradwerkstatt verwandelt. Dass dem Arbeitskreis „Integration“ der Schuppen für dieses Projekt zur Verfügung gestellt worden ist, ist Josef Brand (2. v. r.), Sprecher des Lenkungsausschusses der Dorfwerkstatt zu verdanken.
Jutta Schultz, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin (3. v. l.) übergab im Beisein von Ingeborg Pelster vom neu gegründeten Verdi-Ortsverein Warendorf (2. v. l.) jetzt 600 Euro, die für die Hoetmarer Fahrradwerkstatt gedacht sind. Unter der Federführung Detlef Rosenbachs vom Arbeitskreis Integration (l.) und gemeinsam mit Harald Vettinger (4. v. l.) hatten die Flüchtlinge Ali aus Syrien (3.v.r.) und Mahdi aus Afghanistan (r.) einen alten Schuppen hinter dem Leutehaus in eine Fahrradwerkstatt verwandelt. Dass dem Arbeitskreis „Integration“ der Schuppen für dieses Projekt zur Verfügung gestellt worden ist, ist Josef Brand (2. v. r.), Sprecher des Lenkungsausschusses der Dorfwerkstatt zu verdanken. Foto: Joke Brocker

Wie wichtig ein Fahrrad für die im Dorf lebenden Flüchtlinge ist, sei ihm während seiner Arbeit im Arbeitskreis „Integration“ erst richtig bewusst geworden, sagt Detlef Rosenbach, Initiator der Fahrradwerkstatt hinter dem Leutehaus, die im September offiziell eröffnet werden soll. Samstags und sonntags gebe es im Ort gar keine Möglichkeit, per Bus das Dorf zu verlassen. „Da ist Hoetmar nur nach telefonischer Bestellung in ganz geringer Anzahl mit dem Taxibus zu erreichen“, weiß Rosenbach, „und wochentags fährt der letzte Bus kurz vor 19 Uhr Hoetmar an“. Die im Ort lebenden Flüchtlinge seien also auf ihre Zweiräder angewiesen, wenn sie mobil sein wollten. Tatsächlich seien viele von ihnen bald nach ihrer Ankunft in Hoetmar mit Fahrrädern ausgestattet worden, die auch regelmäßig – gegen Kostenerstattung – repariert worden seien, erzählt Rosenbach, der die Flüchtlinge befähigen wollte, die Räder selbst zu reparieren.

Eine Idee, mit der er bei Josef Brand, Sprecher des Lenkungsausschusses der Dorfwerkstatt, offene Türen einlief. Auf Vermittlung von Brand wurde dem Arbeitskreis „Integration“ einer der zum Leutehaus gehörenden ehemaligen Ziegen- und Schweineställe für das Fahrradwerkstatt-Projekt zur Verfügung gestellt. Gemeinsam beantragten Brand und Rosenbach Mittel aus dem Förderprogramm „500 LandInitiativen“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Und staunten nicht schlecht, als bereits nach acht Wochen der Förderbescheid über 3000 Euro vorlag. Rosenbach, der von einem vergleichbaren Projekt in Everswinkel gelesen hatte, das von der IG Metall unterstützt worden war, nutzte darüber hinaus alte berufliche Kontakte und bat „seine“ Gewerkschaft Verdi um eine Spende.

Das Geld, 600 Euro, das in die Ausstattung der Werkstatt einfließen wird, übergab am Donnerstag Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Jutta Schultz – im Beisein von Ingeborg Pelster als Vertreterin des Verdi-Ortsvereins Warendorf – bei einem Ortstermin. Sie stellte klar, dass die Gewerkschaft Verdi Münster-Warendorf ein großes Interesse daran habe, geflüchteten Menschen, die sich in der neuen Heimat eine neue Existenz aufbauen müssten, den Lebensweg zu ebnen. Projekte, die der Integration dieser Menschen dienten, würden gerne unterstützt. Verdi, versicherte Schultz, achte zudem darauf, dass dieser Personenkreis, sobald er in den Arbeitsmarkt integriert sei, nicht schlechter behandelt würde als in Deutschland geborene Menschen. So werde etwa darauf geachtet, dass Mindestlöhne nicht unterschritten würden.

Auch Ingeborg Pelster vom neu gegründeten Verdi-Ortsverein Warendorf begrüßte das Hoetmarer Projekt, das der Ortsverein gerne weiter begleite.

Im September soll die Fahrradwerkstatt mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet werden. Bis dahin werden die Handwerker um „Bauleiter“ Emil Zukorlic noch einige Restarbeiten erledigen. Handwerklich geschickte Flüchtlinge wie Mahdi Zaka und Eltaf Sultani aus Afghanistan werden künftig in der Werkstatt, in der längst nichts mehr an einen Stall erinnert, gemeinsam mit dem in Hoetmar lebenden Schlosser Harald Vettinger, Fahrräder in Eigenregie reparieren.

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