Poetry-Slammer Piere Wessel
Texte mit Tiefgang

WArendorf -

Konsequenterweise hat er den Traum vom eigenen Buch, das er irgendwann einmal schreiben wollte, nicht auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben. „Die Gedichte musste ich ja nicht mehr schreiben“, begründet Pierre Wessel die vergleichsweise kurze Produktionszeit seines soeben in geringer Auflage erschienenen Bändchens „Molke“. „Ich musste auswählen, formatieren, eine Druckerei finden und die grau unterlegten Erläuterungstexte formulieren.“ Drei Wochen intensiver Arbeit habe das in Anspruch genommen.

Sonntag, 12.08.2018, 10:00 Uhr

„Molke“ heißt der Band mit Gedichten und Texten aus der Feder von Pierre Wessel. Erhältlich ist das Büchlein voraussichtlich ab 25. August in Buchhandlungen in Sassenberg und Warendorf.
„Molke“ heißt der Band mit Gedichten und Texten aus der Feder von Pierre Wessel. Erhältlich ist das Büchlein voraussichtlich ab 25. August in Buchhandlungen in Sassenberg und Warendorf. Foto: privat

„Vielleicht bist du ja eines Tages doch der Mann, von dem ich wirklich sagen kann: Du bist zwar nicht mein Wunschkonstrukt von damals, aber du bist ganz nah dran“, beschließt Pierre Wessel einen Brief an sein „liebes Zukunfts- Ich“. Einen Brief, der zeigt, dass der Poetry-Slammer die Welt nicht nur kritisch-konstruktiv beäugt, sondern auch äußerst selbstkritisch in dieser unterwegs ist. Da ist es nur folgerichtig, dass der 19-Jährige, der nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Psychiatrie absolviert hat, sich nicht mit Absichtsbekundungen aufhält, sondern Worten Taten folgen lässt.

Zwischen den Buchdeckeln findet der Leser Texte, mit denen der Füchtorfer bei Poetry Slams und beim Jour fixe im Warendorfer Theater am Wall und in Münster – wo er vor zwei Jahren den U-20-Slam für sich entschied – die Gunst des Publikums gewann. Ein fiktionaler Gesellschaftsvertrag, der Brief an das Zukunfts-Ich, dazu einige an Ringelnatz und Erhardt erinnernde „sinnfreie“, aber witzige Vierzeiler aus Wessels‘ Reihe „Unglücksraben“: „Es ist ein bunter Mix. eine Sammlung von Gedanken und Texten. Von Fischen und Bienen, wie wir zu Gold werden und warum es manchmal besser ist, uncool zu sein“, sagt der junge Poet, der jeden seiner nachdenklich stimmenden Texte erläutert und dabei philosophischen Tiefgang verrät.

„Die Erde“, findet Pierre Wessel in seinem Nachwort, „ist ein winzig kleines Molekül im Gesamtbild des Universums. Kleiner noch als ein einzelnes Sandkorn in den Weltmeeren. Wen wird es nach unserem kurzen Aufenthalt hier interessieren, für wen wir uns verstellt haben? Wen wird es interessieren, welche Klamotten wir geragen, welche Hautfarbe wir gehabt, wen wir geliebt oder was wir verurteilt haben, wenn uns die Zeit schon lange verschluckt hat? Im Grunde interessiert all das niemanden. Zwar eine relativ aussichtslos scheinende Annahme, jedoch befreit sie zeitgleich von den Konventionen unserer winzig kleinen Welt. Hören wir doch auf uns zu verbiegen oder zu verstecken und nutzen wir all unser Potenzial. Agieren wir doch mehr aus Freude als aus Hass. Aus Hingabe, mehr als aus Rückzug. Nehmen wir doch lieber an als hin.“

Sein Buch-Debüt hat er „Molke“ betitelt. In Anlehnung an jenen Drink, den sich in einem „Unglücksraben“-Vierzeiler das auf einer Wolke chillende Einhorn genehmigt, um schließlich an dem leider verdorbenen Getränk zu sterben. Gleichwohl hofft Pierre Wessel, der Ende August nach Edinburgh (Schottland) aufbrechen wird, um dort Sprachen und Kommunikation zu studieren, dass seinen Lesern die „Molke“-Mischung bekommen möge. Erhältlich ist sie voraussichtlich ab 25. August bei „Bücher & mehr“ in Sassenberg und in der Buchhandlung Darpe in Warendorf.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5966198?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Expertin spricht Empfehlungen nach Fischsterben im Aasee aus
Interview mit Prof. Dr. Elisabeth Meyer: Expertin spricht Empfehlungen nach Fischsterben im Aasee aus
Nachrichten-Ticker