Video: Kunstakademie Münster: Rundgang 2018
Mehr Aktion war nie

Münster -

Bis zum Sonntag (4. Februar) täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr öffnet die Kunstakademie auf dem Leonardo-Campus ihre Türen zum jährlichen Rundgang, bei dem die Studierenden der 14 künstlerischen Klassen einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben.

Donnerstag, 01.02.2018, 11:02 Uhr

Zwei neue Klassenräume hat die Kunstakademie nach zehn Jahren im Dachgeschoss der alten Reiterkaserne erhalten, und die Klassen nutzen dies – hier die Klasse Hohenbüchler mit dem raumfüllenden Morse-Licht „Wir sind hier“.
Zwei neue Klassenräume hat die Kunstakademie nach zehn Jahren im Dachgeschoss der alten Reiterkaserne erhalten, und die Klassen nutzen dies – hier die Klasse Hohenbüchler mit dem raumfüllenden Morse-Licht „Wir sind hier“. Foto: Gerhard H. Kock

In einer Kunstakademie ist Leben. Das versteht sich von selbst. In der Regel gilt sie darüber hinaus als ein Hort forschender Lebendigkeit. Für den Rundgang des Jahres 2018 muss man mehr noch von einer kraftvoll sprudelnden Quelle sprechen: Aktionen, Performances, Filme – mehr Angebot war nie. Hieß es bei den Skulptur-Projekten 2017, man solle sich drei Tage Zeit nehmen, um alles zu sehen, benötigte der Besucher für dieses „Labor Kunstakademie“ vier Tage – mindestens.

Top-Model, Superstar, Dschungelkönig – die Klasse Buetti greift die Form des spielerischen Wettbewerbs auf und führt damit eine ernste Frage durch: „Was ist das Schönste und Beste, was es überhaupt gibt?“ Die Studierenden ließen Begriffe gegeneinander antreten: Regen gegen Coca Cola oder die Unendlichkeit des Universums gegen Sex. Nach Diskussion und Abstimmung kam jeweils ein Begriff weiter und musste gegen den nächsten antreten. 13 Tage wurde gespielt, 13 Bücher liegen auf dem langen Tisch mit den Begriffssiegern und der Frage, warum wohl jener Begriff gewonnen und ein anderer verloren hat. Gegen den Urknall gewann am Ende „Löcher im Käse“. Und die spielerische Erfahrung des Diskurses. Zum Nachspielen empfohlen.

Kunstakademie Münster: Rundgang 2018

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Bei den Klassen Kinoshita und Schmidt dürfen Besucher ihre Garderobe und Künstler eine Arbeit abgeben. So wie die Klamotten die Anwesenheit des jeweiligen Besuchers belegen, zeugen die Arbeiten von der Anwesenheit des Künstlers. Verlässt dieser das Haus, muss er seine Kunst mitnehmen. In der Klasse von Harskamp ist eine Wohngemeinschaft zu erleben – mit Bad und Küche sowie Bewerbungsgesprächen. Die Klasse Mik wird zu „Wreck­linghausen“. Im Wrestling-Ring kabbeln sich abends die Künstler, umringt von Flaggen – eine Parabel auf internationale Machtspielchen.

Apropos Macht. Der Kapitalismus ist mehrmals vertreten: Vor der Akademie erklingt aus drei Lautsprechern „Das Kapital“ von Karl Marx. Der chinesische Künstler Xiewen Wu hat es auf Deutsch, Englisch und Chinesisch einlesen lassen. In der Akademie gibt es den Kunstakademie-Index: Auf dieser Börse wird über die Besucherzahlen der jeweiligen Klasse deren Attraktivität gemessen. Und die „Fylmklasse“ gibt in ihrem Supermarkt mit Roulette im Hinterzimmer das Kunstakademie-Geld „Kage“ aus.

Kunstakademie Münster: Rundgang 2018

Auch ist viel Suchen auf den Fluren: Im Foyer steht das Zelt-Rondell „weg“ von Peter Lepp und Katharina Kneip, eine interaktive Installation: Der Besucher zieht sich auf dem Rücken liegend durch einen Tunnel unter der Konstruktion hindurch, jeder Holzgriff ist anders geformt. Plötzlich eine Öffnung nach oben. Hier treffen sich die Blicke der Tunnelfahrer mit denen der Tee-Trinker, die oben an einem gläsernen Tisch den inneren und äußeren Wegen jenseits bewusstseinserweiternder Drogen nachsinnen.

Apropos: Junge Männer machen im Rausch von Rum oder Religionen das Auto gelegentlich zur Waffe. Der junge Mann Moritz Riesenbeck macht mit dieser Blech-Form die Macht des Wassers anschaulich. Was den antiken Griechen „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sind bei ihm Hunderte Liter Wasser, die im abgedichteten Innenraum seinen roten Peugeot 106 in die Knie zwingen. Das Gewicht drückt die Karosserie zu Boden. Der Künstler entkommt durchs Schiebedach. Überhaupt Autos: Zwei Performances beschäftigen sich damit, bei einer werden Besucher zu Beifahrern, mit denen „etwas gemacht“ wird.

Das Fotostudio wird als „Erweitertes Feld“ zum festen Ort für Performances; so betritt der Besucher in „gut und sicher“ von Sebastian Liebl und Katharina Siemeling vater- und mutterseelenalleine den riesigen Kubus, findet ein Mikrofon vor mit einer Aufforderung: „Sprechen Sie folgenden Satz in das Mikrofon: Ich bin stolz, deutsch zu sein.“ So einsam diesen Satz zu sprechen – gespenstisch.

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