Mi., 19.02.2014

Lukratives Geschäft Münsterland wehrt sich gegen kommerzielle Altkleidersammler

Allein in der Stadt Dülmen will ein Privatunternehmen an 61 Standorten Sammelcontainer für Altkleider aufstellen. Die Stadt wehrt sich.

Allein in der Stadt Dülmen will ein Privatunternehmen an 61 Standorten Sammelcontainer für Altkleider aufstellen. Die Stadt wehrt sich. Foto: dpa

Münsterland - 

Mit dem Sammeln von Altkleidern lässt sich inzwischen prima Geld verdienen. Bis zu 500 Euro zahlen Verwerter pro Tonne. Da kommt schnell ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Kreise und Kommunen versuchen, kommerziellen Firmen vom Markt zu verdrängen.

Von Elmar Ries

Allein im Kreis Borken landen pro Jahr rund 1100 Tonnen alter Hemden, Jacken und Hosen in den Containern. Die Folge: Neben caritativen Sammlern stellen immer mehr kommerzielle Firmen ihre Behälter auf. So waren es beispielsweise in Ibbenbüren zuletzt 60.

Das wird vielen Städte und Gemeinden im Wortsinn zu bunt. Darum, und weil die Einnahmen locken, wollen nun immer mehr Kreise und Kommunen das Geschäft mit dem Verwerten von abgetragener Kleidung selbst in die Hand nehmen. Oder zumindest den Wildwuchs unterbinden, indem sie die private Konkurrenz vom Markt zu drängen versuchen.

So plant der Kreis Borken, ein eigenes System auf die Beine stellen, das das caritative Sammeln weiterhin erlaubt, der kommerziellen Konkurrenz aber den Stuhl vor die Tür stellt. Vergleichbares hat der Kreis Coesfeld vor. „Um die Flut der gewerblichen Sammler einzudämmen“, möchte der kreiseigene Wirtschaftsbetrieb nach Angaben seines Sprechers Matthias Bücker mit den gemeinnützigen Organisationen ei­nen Kooperati­onsvertrag abschließen.

Kampflos räumen wollen die Privaten das Feld natürlich nicht. Darum muss sich das münsterische Verwaltungsgericht am Donnerstag mit gleich drei Klagen befassen. So will ein Unternehmen in Dülmen an 61 (!) Standorten Container auf stellen. Die Stadt hat das untersagt. Mutmaßlich dieselbe Firma klagt mit dem gleichen Ziel auch ge­gen die Stadt Ahlen. Ebenfalls vor Gericht verantworten muss sich Gronau. Die Stadt hatte Container des Verwerters sichergestellt, nachdem der sie nach Aufforderung nicht selber entfernt hatte. Die Firma klagt nun auf Herausgabe.­

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