Di., 10.12.2013

Menschenrechtsorganisaton ACAT hilft BVB-Fan sitzt in China ohne Begründung im Gefängnis

Elfi Rother zeigt ein Bild ihres Sohnes Robert, der seit zweieinhalb Jahren in einem Gefängnis in China sitzt. Bis heute kennt er nach den Worten seiner Mutter nicht den Grund seiner Haft.

Elfi Rother zeigt ein Bild ihres Sohnes Robert, der seit zweieinhalb Jahren in einem Gefängnis in China sitzt. Bis heute kennt er nach den Worten seiner Mutter nicht den Grund seiner Haft. Foto: Jürgen Peperhowe

Lüdinghausen/Unna - 

Robert Rother schläft auf Holzlatten, Bettwäsche wurde ihm entzogen, die Ketten, mit denen er gefesselt wurde, haben ihre Male auf seinem Körper hinterlassen. Vor fast 1000 Tagen wurde er in China beim Feiern des BVB-Meistertitels festgenommen. Warum, ist unklar.

Von Werner Storksberger

Dramatisch schildert Elfi Rother die Haftbedingungen, unter denen ihr Sohn Robert in China zu leiden hat. „Und sein Zustand wird immer schlimmer“, versichert die Frau, deren Lebensinhalt mittlerweile darin besteht, die Welt für ihren Sohn zu mobilisieren. Bisher kämpft die Frau aus Unna jedoch gegen Windmühlen. Auch Reaktionen auf ihr Buch „Fast 1000 Tage“, in dem sie das Schicksal ihres Sohnes in China schildert, blieben bisher aus.

"

Der größte Feind der Folter ist die Öffentlichkeit.

Annegret Hutzenlaub, ACAT

"

Nicht ganz. Die in Lüdinghausen ansässige christliche Menschenrechtsorganisation ACAT nimmt sich des Schicksals des jungen Mannes an, der seit dem 21. Mai 2011 in China inhaftiert ist – bisher ohne Anklage und Begründung. In ihrem Dezember-Rundbrief fordert die Organisation die Mitglieder auf, sich schriftlich an die chinesische Regierung und die Botschaft in Berlin zu wenden, um Druck auszuüben. Ob das hilft? „Manchmal gibt es zumindest Hafterleichterungen, wenn die Fälle öffentlich werden“, berichtet Annegret Hutzenlaub, die das Büro in Lüdinghausen leitet. Und: „Der größte Feind der Folter ist die Öffentlichkeit“, weiß sie aus Erfahrung unzähliger Schreiben an Regierungen.

Robert Rother braucht dringend Hafterleichterungen. Er kennt bis heute noch nicht den Grund seiner Inhaftierung, versichert Mutter Elfi, die ihren Sohn am 28. Oktober für 40 Minuten zum letzten Mal sah. Sie stellte eine weitere Verschlechterung seine Gesundheitszustandes fest. Zumindest wurde er schon mal auf die Krankenstation des Gefängnisses verlegt. Aber von einer medizinischen Versorgung will Elfi Rother nicht sprechen. „Er ist am Ende seiner Kräfte“, versichert die Frau. Was ihr noch mehr Sorge macht: Robert hat Andeutungen über einen Suizid gemacht.

Bei BVB-Meisterfeier inaftiert

Robert Rother ist kein Junkie oder Abenteurer. Er ging als Investmentbanker nach China. Rother war erfolgreich. Am 21. Mai 2011, als er den Meister-Titel seines BVB in einer Hotelbar feiern wollte, wurde er inhaftiert. Ohne Nennung von Gründen, wie die Mutter versichert. Seitdem wartet der junge Mann im Untersuchungsgefängnis Nummer 3 der Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong auf seinen Prozess. „Aber bisher ist noch nicht einmal eine Anklage bekannt“, versichert seine Mutter. Und ohne Anklage auch kein Prozess. In diese Wunde legt auch die ACAT-Sektion ihren Finger. „Es muss ihm Gelegenheit gegeben werden, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen“, fordert die Menschenrechtsorganisation in ihrem jüngsten Rundschreiben.

Mittlerweile geht Elfi Rothers das Geld aus. 100 000 Euro hat sie mittlerweile für Flüge und die Reisen nach China ausgegeben. Hinzu kommen Rechtsanwaltskosten. Mit ihrem Buch hofft sie auf Einnahmen. Außerdem ist sie häufig unterwegs und hält Vorträge über das Schicksal ihres Sohnes.

Google-Anzeigen

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 4.2/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend


Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1388397?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F2094113%2F