Mi., 01.03.2017

Politischer Aschermittwoch in Recke Laschet verrückt die Weißwurst-Grenze ans Tecklenburger Land

Armin Laschet beim politischen Aschermittwoch in Recke.

Armin Laschet beim politischen Aschermittwoch in Recke. Foto: Heinrich Weßling

Recke - 

Die Bayern machen's schon toll. Armin Laschet wird nicht müde es zu betonen. Am Mittwochabend indes muss er nicht neidisch gen München blicken, sondern nur nach Recke fahren.

Von Hilmar Riemenschneider

Die brodelnde Stimmung im mit 2000 Zuhörern vollen Festzelt beim politischen Aschermittwoch der CDU im Kreis Steinfurt verrückt die Weißwurst-Grenze bis ins Tecklenburger Land.

Unterstützung der Münsterländer?

In Passau seien es noch ein paar mehr Zuhörer gewesen, „Aber wir holen auf“, gibt Laschet als Devise aus. Es ist bereits der zweite Auftritt des Landesvorsitzenden: 2013 kam er, um als neuer Parteichef einer nach dem Wahldesaster des Vorjahres stark verunsicherten CDU die Unterstützung der Münsterländer einzuwerben. Vier Jahre später will Laschet wieder etwas – 74 Tage vor der Landtagswahl Aufbruchstimmung für ihn als Spitzenkandidaten verbreiten.

Einmarsch beim Politischen Aschermittwoch in Recke

Einmarsch beim Politischen Aschermittwoch in Recke Foto: Heinrich Weßling

„Es steht viel auf dem Spiel, was vorher noch nie auf dem Spiel gestanden hat“, hebt er hervor und warnt vor einem bösen Erwachen. Wenn es nicht gelinge, die Wähler am 14. Mai zu mobilisieren, drohten am Ende Rot-Rot-Grün oder starke Rechtspopulisten.

Nicht nur leichte Themen

Kein leichtes Thema für einen Aschermittwoch, aber Laschets Appell kommt an. Der Parteichef sucht sich nicht nur die leichten Themen für schnelle Punktgewinne, im Gegenteil. Zu Beginn greift er das deutsch-türkische Verhältnis auf. Beim Flüchtlingsabkommen könne man mit der Türkei zusammenarbeiten. Es sei aber völlig inakzeptabel, dass dort Journalisten in Haft genommen werden wie der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel: „So lange der Journalist im Gefängnis ist, ist Präsident Erdogan in NRW unerwünscht“, ruft Laschet in den Applaus.

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Und dann geht es um die rot-grüne Regierungsbilanz. Innenminister Ralf Jäger heftet der CDU-Chef eine lange Negativbilanz ein. Dazu gehöre neben den lange untersuchten Silvester-Exzessen von Köln die extrem schnell gestiegene Zahl der Einbrüche. In ländlichen Regionen habe die Polizei zugleich fast 300 Fahrzeuge abgeben müssen, lenkt er den Blick vor die Zelttüren.

Jäger habe es zugelassen, dass es in einigen Städten No-Go-Areas gebe. „Man muss von Anfang an durchgreifen, wenn Recht gebrochen wird.“ Diesen Kurs werde die CDU umsetzen, wenn sie die Landtagswahl gewinne.

Inklusion an Schulen muss funktionieren

Für den Fall kündigt Laschet Konkretes an: Es dürfe keine Förderschule mehr geschlossen werden, so lange die Inklusion an den Schulen nicht funktioniere. „In der ersten Kabinettssitzung nach der Wahl zum Ministerpräsidenten werden wir ein Moratorium für die Schließung der Förderschulen beschließen.“

Am SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz lässt Laschet seinen Spott aus. Der sei eben kein St. Martin:  „Der hat seinen Mantel geteilt, Martin Schulz teilt das Geld anderer Leute. Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bekommt eine Retourkutsche für ihre Agrarpolitik: „Wer im Frühjahr Mist erzählt, wird zur Ernte abgewählt.“ Stehende Ovationen sind der Lohn.

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