Freckenhorster beobachten Debatte über Pferde in Karnevalsumzügen
Zur Sicherheit stets vorn im Zug

Warendorf -

Bevor der Berittene Fanfarenzug Freckenhorst in einem rummeligen Umzug wie an einem Rosenmontag mitreitet, gibt es grundsätzlich eine vorherige Risikobewertung. Dass die Freckenhorster immer ganz vorne in der Reihenfolge sind, hat genau darin seinen Grund.

Donnerstag, 15.02.2018, 04:02 Uhr

Mit Pauken und Fanfaren aufzutreten, sind die Pferde des Freckenhorster Zuges gewöhnt. In lauten Karnevalsumzügen gelten besondere Sicherheitsbewertungen.
Mit Pauken und Fanfaren aufzutreten, sind die Pferde des Freckenhorster Zuges gewöhnt. In lauten Karnevalsumzügen gelten besondere Sicherheitsbewertungen. Foto: Archiv

Wo immer sie teilnehmen: Die Reiter des Berittenen Fanfarenzuges Freckenhorst sind Hingucker. Jetzt überlegen die Karnevalisten in Münster, die Freckenhorster nicht mehr für ihren Rosenmontagsumzug zu buchen, um Zwischenfälle wie in Köln von vornherein zu unterbinden. Die WN sprachen deshalb mit Randolph Mevert , dem Vorsitzenden des Fanfarenzugs.

Pferde des Fanfarenzugs trainieren regelmäßig

Grundsätzlich setzt der Verein nur Tiere mit dem entsprechenden Gemüt ein. „Man sieht ja, ob ein Pferd gut geht oder eher scheu ist.“ Regelmäßige Trainings mit optischen und akustischen Effekten sollen die Pferde zusätzlich gewöhnen. Die von den Freckenhorstern gespielte Musik mache den Pferden „überhaupt nichts aus“.

Zudem ist Sicherheit schon bei der Vorbereitung von Auftritten wichtig: „Bevor wir jetzt in Münster waren, haben wir erst einmal eine Risikobewertung gemacht“, so Mevert. Beispielsweise hätten sie die Pferde auf dem Hindenburgplatz herrichten sollen. „Zwischen all‘ den Autos – das haben wir gleich abgelehnt.“ Auch dass die Freckenhorster stets als eine der ersten Nummern in solchen Zügen teilnehmen, hat seinen Grund übrigens in Münster: „Da waren wir vor 20 Jahren mal ganz hinten und haben schlechte Erfahrungen gemacht.“

Wenn man vorne reite, dann gebe es noch keine Bonbons, nach denen sich Kinder bücken oder die zurückgeworfen werden und ein Pferd scheuen lassen können. Vorne sei der Weg für die Flucht frei. „Das ist hinten anders“, so Mevert.

Wenn man vorne reiten, gibt es noch keine Bonbons, die zurück geworfen werden können.

Randolph Mevert

Wie sich die aktuelle Diskussion entwickelt, will der Vereinsvorsitzende jetzt abwarten. Weil das bevorzugte Thema für Verpflichtungen ohnehin eher Schützenfeste zwischen Mai und September seien, hat Mevert keine großen Befürchtungen.
„Es wäre schade, wenn die Buchungen da jetzt abbrechen. Aber wir machen ja auch noch Standkonzerte ohne Tiere.“

Kaum Ausweichmöglichkeiten in Innenstädten

Jörg Drewes, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Pferdeprozession durch die Marienbögen, sieht einer Diskussion um Veranstaltungen mit Pferden, Kutschen und Wagen gelassen entgegen.

„Für die Pferdeprozession gibt es ein aufwendiges Sicherheitskonzept, das wir gemeinsam mit der Stadt ausgearbeitet haben“, sagt der Verantwortliche. Stresstests absolvieren die Tiere vor der Teilnahme an der Prozession nicht. „Aber wir achten auf die Beschaffenheit der Strecke und haben Pferdekundige entlang des Weges. Es ist schon vorgekommen, dass wir Gespanne aus der Prozession herausgenommen haben, weil die Tiere zu nervös waren“, sagt Drewes.

Denn besonders im Innenstadtbereich gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten, sollte ein Pferd durchgehen. Andererseits: „Bei unserer Veranstaltung gibt es eine ganz andere Geräuschkulisse als zum Beispiel im Karneval , und auch keine Wurfgeschosse“, so Drewes.

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