Asbest
Asbesthaltige Reste gefunden

Telgte -

Kita-Grundstück am Fürstendiek: Nach einem Hinweis findet ein Fachbüro belastete Dachabdeckungen.

Donnerstag, 15.02.2018, 06:02 Uhr

Guido Lüker muss nicht lange graben, um alte Eternitplatten, Folien und andere Stoffe auf dem Haufen auf dem zukünftigen Kita-Gelände zu Tage zu befördern.
Guido Lüker muss nicht lange graben, um alte Eternitplatten, Folien und andere Stoffe auf dem Haufen auf dem zukünftigen Kita-Gelände zu Tage zu befördern. Foto: Große Hüttmann

Seit einigen Tagen ist das Gelände am Fürstendiek, auf dem bald eine neue Kindertagesstätte im Norden des Stadtgebietes entstehen soll, weitgehend geräumt. Mitarbeiter eines Unternehmens haben die kleine Schonung, die dort im Laufe der Jahre entstanden war, größtenteils abgeholzt, zudem in der Mitte des Areals einen größeren Haufen Erde zusammengeschoben.

Doch genau dieser Berg Mutterboden, durchmischt mit Bauschutt und anderen Hinterlassenschaften aller Art, beunruhigt Guido Lüker , seitdem er sich das Ganze näher angeschaut hat. „Ich hoffe, dass die sehr unterschiedlichen Materialien noch getrennt und näher unter die Lupe genommen werden“, sagt der Telgter, dessen Elternhaus in unmittelbarer Nähe zur Baustelle liegt, im WN-Gespräch.

Denn Eternitplatten, Folienrückstände, Steinreste und andere beschichtete Platten ragen derzeit aus dem großen Haufen hervor, alles wild durcheinander. „Der Schrott, der auf dem Gelände gefunden wurde, ist fein säuberlich auf einem getrennten Haufen gesammelt worden, auch die dicken Baumwurzeln“, sagt Lüker. Das gelte aber nicht für besagten Haufen, warum auch immer.

„Ich hoffe nicht, dass von den Materialien in dem Haufen Belastungen für den Boden ausgehen“, sagt Lüker. Denn: „Auf dieser Fläche werden demnächst Kinder spielen, da sollte man besonders vorsichtig sein“, sagt er. Aus Sicherheitsgründen hat er das Ganze der Verwaltung gemeldet, und am Ende mit seiner Vermutung Recht gehabt.

Wie Bürgermeister Wolfgang Pieper am Mittwochnachmittag sagte, habe die Stadt die Fläche nach dem Hinweis sehr genau unter die Lupe genommen. „Es ist dort gemischter Bauschutt vorgefunden worden, enthalten sind dort aber offenbar auch asbesthaltige Reste von Dachabdeckungen und Ähnliches“, sagt der Verwaltungschef.

Die Stadt habe daher sofort ein Fachbüro eingeschaltet. Es seien umgehend Proben genommen und direkt nach den ersten Ergebnissen eine ordnungsgemäße Entsorgung veranlasst worden, die zugleich mit der Bezirksregierung abgestimmt werde.

„Von längeren Verzögerungen ist aktuell eher nicht auszugehen, auf dem Gelände werden nach abschließender Prüfung und Freigabe durch das eingeschaltete Fachbüro die Arbeiten zur Errichtung einer Kita fortgesetzt“, betonte Pieper.

Parallel dazu müsse auch die Frage geklärt werden, wer der Verursacher sein könnte und wer am Ende die Kosten trage.

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