Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung
Gericht verurteilt 52-Jährigen zu fünf Jahren Haft

Lüdinghausen/Senden -

Nach vier Verhandlungstagen vor dem Landgericht Münster wurde am Donnerstag das Urteil gefällt: Ein 52-Jähriger, der minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und vergewaltigt hat, wurde zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.

Freitag, 18.05.2018, 08:05 Uhr

(Symbolbild) 
(Symbolbild)  Foto: dpa

Über einen längeren Zeitraum vergriff sich ein 52 Jahre alter Angeklagter in Lüdinghausen und Senden an minderjährigen Mädchen. Nach vier Verhandlungstagen vor dem Landgericht wurde der Mann, dessen Schuldfähigkeit weder eingeschränkt noch aufgehoben war, am Donnerstag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Insgesamt vier Fälle des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung bildeten die Grundlage für das Urteil. „Bei einem Geständnis wären sie deutlich billiger weggekommen“, sagte der Richter.

Doch dazu hatte sich der Angeklagte zu keiner Zeit durchringen können. Er wies bis zum Schluss alle Tatvorwürfe zurück. Das hatte zur Folge, dass den Opfern eine Aussage vor Gericht sowie ein nochmaliges Durchleben der Übergriffe nicht erspart blieben. Erspart blieb ihnen zumindest die direkte Konfrontation mit ihrem Peiniger. Während der Zeugenaussagen, die zum Schutz der Intimsphäre hinter verschlossenen Türen stattfand, war der Angeklagte per Videokonferenz zugeschaltet. Dennoch war es ein „Bußgang“ für die Opfer, die zum Teil noch heute gesundheitlich belastet sind.

Sie haben die Situation ausgenutzt und drei Opfer missbraucht, die Ihnen zum Teil anvertraut waren.

Der Richter zum Angeklagten

In einer detaillierten Rückschau befasste sich das Gericht im Wesentlichen mit den Geschehnissen, die in den geschützten Räumen oder andernorts stattfanden. „Sie haben die Situation ausgenutzt und drei Opfer missbraucht, die Ihnen zum Teil anvertraut waren“, sagte der Richter. In seiner Urteilsbegründung machte der Vorsitzende deutlich, dass in den Aussagen der Opfer keine Belastungstendenz zu erkennen war. Eine Verschwörungstheorie. wie sie der Angeklagte vorbrachte, sei völlig abwegig. Das alles verfolgte der 52-Jährige mit völlig ausdrucksloser Miene.

Die Plädoyers des Staatsanwaltes und des Verteidigers lagen weit auseinander. Während der Anklagevertreter von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt war und eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert hatte, beantragte der Verteidiger einen Freispruch. Er stellte infrage, ob die Zeugenaussagen ausreichten, um die Taten zu begründen.

Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht unter anderem die Verbüßung der Untersuchungshaft und die möglicherweise herabgesetzte Hemmschwelle des Angeklagten. Erschwerend auf das Strafmaß wirkte sich dagegen aus, dass das Vergewaltigungsopfer sehr jung war. „Sie sollten endlich mal aufwachen, sonst wird es mit Ihnen nichts“, gab der Richter dem Angeklagten mit auf den Weg zurück in die Haft.

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