Nur zwei Händler trotzen der Hitze
Liebevoller Mini-Wochenmarkt

Metelen -

Der Wochenmarkt in Metelen ist überschaubar. Nur drei Stände tummeln sich Freitagsmorgens auf dem Sendplatz. Die Händler schätzen aber genau diese Atmosphäre und ihre treuen Stammkunden, die teilweise sogar jede Woche bei ihnen einkaufen.

Montag, 13.08.2018, 06:00 Uhr

Gemüsehändler Johan aus den Niederlanden und Diane Menneken mit ihrem Fischstand bilden den derzeit sehr überschaubaren Wochenmarkt in Metelen. Fotos: Irmgard Tappe
Gemüsehändler Johan aus den Niederlanden und Diane Menneken mit ihrem Fischstand bilden den derzeit sehr überschaubaren Wochenmarkt in Metelen. Fotos: Irmgard Tappe Foto: Irmgard Tappe

Winzig klein ist er, der Metelener Wochenmarkt. An diesem Freitagmorgen haben lediglich zwei Stände aufgebaut. Obst und Gemüse auf der einen Seite und gegenüber der Fischstand.

„Heute ist das Wetter ja recht angenehm. Da will ich mein Glück mal wieder versuchen“, meint Gemüsehändler Johan aus den Niederlanden. Als es so heiß war, sei er gar nicht erst gekommen, bemerkt er. Auch der Geflügelhändler pausiert während der Hitzeperiode.

Als in den vergangenen Wochen die Temperaturen auf über 30 Grad kletterten, war Diane Menneken mit ihrem Fischstand die einzige auf dem Sendplatz. Wenn die technischen Voraussetzungen stimmen, sei es kein Problem, die Ware auch bei extremer Hitze kühl zu halten, erklärt die Niederländerin. Ihr Verkaufswagen ist da bestens ausgestattet. „Nur beim Backfischbraten, da wird es einem ganz schön warm“, lacht Diane Menneken. Die Niederländerin macht ihren Job schon 37 Jahre. Aber an eine so anhaltende Sommerhitze kann sie sich nicht erinnern.

Seit sieben Jahren ist die Fischhändlerin auf dem Wochenmarkt in Metelen vertreten. „Es wäre schön, wenn ein paar Marktbeschicker mehr da wären. Seit der Käsehändler ausgeblieben ist, sind wir nur noch zu dritt“, bedauert sie. Doch ein so überschaubarer Wochenmarkt, der habe auch seine Reize, und deshalb komme sie gern in die Vechtegemeinde. „Das ist hier viel familiärer als auf den großen Märkten. Man kennt seine Kunden und weiß genau, was sie wünschen“, sagt sie. Bratfisch und Matjes gehen besonders gut. Und am späten Morgen sind Backfisch und Kibbeling sehr gefragt. „Wir sind ein Zwei-Personen-Haushalt. Ich hole gern Backfisch mit Kartoffelsalat vom Markt. Für mich hat es den Vorteil, dass ich nicht kochen muss“, bemerkt eine Frau, die gerade ihre Mittagsmahlzeit eingekauft hat.

Diane Menneken kommt gerne auf den Wochenmarkt in Metelen.

Diane Menneken kommt gerne auf den Wochenmarkt in Metelen. Foto: Irmgard Tappe

Selbst bei den schwülwarmen Temperaturen seien die Stammkunden nicht ausgeblieben, freut sich Diane Menneken. Einige haben ihre Ware in Kühltaschen transportiert. Oder die Händlerin hat den Fisch in Eisstückchen gebettet, damit er vor Wärme geschützt ist.

„Bei uns kommt jeden Freitag Fisch auf den Tisch. Und so frisch bekommt man ihn im Supermarkt ja nicht.“ Karl Hollekamp ist ein treuer Kunde. Selbst die heißen Temperaturen halten den 87-Jährigen nicht davon ab, sich am Freitagmorgen in sein Elektromobil zu setzen und zum Wochenmarkt zu fahren. „Ich komme jede Woche, weil der Fisch so lecker schmeckt“, erzählt der Metelener. Neben besagtem „leckeren Fisch“ schätzt Karl Hollekamp es auch, Leute zu treffen und mit ihnen ins Plaudern zu kommen. „Es müsste allerdings lebendiger sein auf dem Markt. Mehr Leute, mehr Stände. Die Metelener müssten ihren Markt mehr unterstützen. Wenn die Händler nicht genügend verkaufen, bleiben sie nun mal weg“, sagt er, während Diane Menneken ihm den Fisch ins Körbchen seines Elektormobils packt. „Bis nächste Woche“, ruft er ihr zu und macht sich auf den Heimweg.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5971143?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F3814583%2F
Expertin spricht Empfehlungen nach Fischsterben im Aasee aus
Interview mit Prof. Dr. Elisabeth Meyer: Expertin spricht Empfehlungen nach Fischsterben im Aasee aus
Nachrichten-Ticker