Do., 06.09.2012

NRW-Experten überrascht von Antwort aus Hannover Niedersachsen hat keine Fracking-Umweltdaten

Düsseldorf - 

Die Antwort hat die Experten überrascht: Auf der Suche nach soliden Daten zu den Umweltauswirkungen des umstrittenen Frackings bei der Erdgasförderung wandten sich die Fachleute des Düsseldorfer Umweltministeriums an die Kollegen in Niedersachsen. Dort wird schon lange Gas mit dieser Methode gefördert, angeblich ohne große Umweltprobleme. Doch Messdaten gab es gar nicht.

Von Hilmar Riemenschneider

Wie es ohnehin zu wenige Informationen gibt, um das Gefährdungspotenzial der beim Fracking eingesetzten Chemiecocktails abschließend zu bewerten. Die Angaben der Energiekonzerne seien zu lückenhaft, klagen die Autoren eines vom Land in Auftrag gegebenen Gutachtens.

Gutachten sieht Risiken

Die Förderung von in Gestein gebundenem Erdgas in NRW ist auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Ein von der Landesregierung beauftragtes Gutachten sieht große Umweltrisiken im Fracking als Fördermethode. Dabei wird das Gas mit einem Chemikaliengemisch aus dem Gestein gepresst. Diese Flüssigkeiten hätten ein sehr hohes Gefährdungspotenzial insbesondere für das Trinkwasser, warnt die Studie, deren Kernaussagen Umwelt-Staatssekretär Udo Paschedag gestern im Wirtschaftsausschuss des Landtags nannte.

Die Kernaussagen des noch als Entwurf diskutierten Papiers stellte am Mittwoch Umweltstaatssekretär Udo Paschedag im Wirtschaftsausschuss des Landtags vor. Danach liegen die Vorkommen von Kohleflözgas und Schiefergas in NRW mit geringen Teufen von teils unter 1000 Metern so gefährlich nah am Grundwasser, dass Fracking-Bohrungen für Trinkwasser und Umwelt zu riskant sind: Die toxischen Chemikalien könnten das Wasser verseuchen. Auch neu entwickelte Fluide blieben gefährlich.

Bisher sind für 60 Prozent der Fläche NRWs sogenannte Aufsuchungserlaubnisse erteilt worden. In Borken , Dreinsteinfurt und Nordwalde will der US-Energieriese Exxonmobil nach Gas bohren. Wirtschaftsminister Garrelt Duin betonte, mit der Vergabe der Claims sei keinerlei Genehmigung für Probebohrungen oder Fracking verbunden. Dafür gilt weiter ein Moratorium des Landes. Das will seine Haltung auf Basis des Gutachtens festlegen. Duin versprach ein transparentes Verfahren.

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