Mo., 10.12.2012

„Tofu statt Currywurst“ NRW-Liberale rüsten sich für Wahl 2013

„Tofu statt Currywurst“ : NRW-Liberale rüsten sich für Wahl 2013

Wahlkampfansage: Die NRW-FDP schickt Guido Westerwelle (Bild) und Daniel Bahr ins Rennen für 2013. Foto: dpa

Neuss - 

Oberwasser: Die nordrhein-westfälischen Liberalen haben es – und ihr Parteichef Christian Lindner erst recht. „Die NRW-FDP ist so etwas wie der Stabilitätsanker der FDP insgesamt“, zeigt er beim Landesparteitag am Wochenende breite Brust. In der in malerisches Schnee-Weiß getauchten Neusser Stadthalle bereitet sich die Partei auf den Bundestagswahlkampf vor, in den sie Außenminister Guido Westerwelle und Gesundheitsminister Daniel Bahr führen. Die rund 400 Delegierten haben beide mit 88 und 90,1 Prozent Zustimmung ins Rennen geschickt.

Von Hilmar Riemenschneider

Zugleich haben sie damit festgezurrt: Lindner bleibt in Düsseldorf. Trotzdem geht es nicht ohne den Polit-Star: Die in Umfragen unter der Fünf-Prozent-Hürde taumelnde FDP braucht ein starkes Ergebnis in NRW . Für 8,6 Prozent hat es bei der Landtagswahl gereicht, der 33-jährige Parteichef nimmt das als Ziellinie.

„Ich kämpfe nicht für fünf plus x, ich kämpfe für eine starke Partei, die hier in Nordrhein-Westfalen nahe an ein zweistelliges Ergebnis kommt“, ruft Westerwelle demonstrativ selbstbewusst. Schlechte Umfragewerte lässt sich ein Liberaler nicht anmerken. Lieber teilt er aus an die Konkurrenz. An die CDU, deren Bundesvorsitzende Angela Merkel gespottet hat, Gott habe die FDP vielleicht nur als Prüfung für die Union erschaffen. „Wir Liberale kämen nie auf die Idee, wir seien von Gott geschickt“, kontert Westerwelle mit verbalem Florett. Der neu gewählte NRW-Generalsekretär Marco Buschmann greift zum Degen: „In Nordrhein-Westfalen prüft sich die CDU selbst“, zielt er auf deren streitende Doppelspitze.

Hauptgegner ist Rot-Grün. „Ein Risiko für unser Land“, prangert Lindner eine „spekulative Finanzpolitik“ ohne Sparbemühungen an. „Sie ist aufgebaut auf der Wette, dass es nächstes Jahr Steuererhöhungen im Bund gibt.“ Und beim Nichtraucherschutz knicke die SPD vor den Grünen ein: „Vor der Landtagswahl hat die SPD uns Currywurst versprochen, nach der Landtagswahl servieren uns die Grünen jetzt Tofu.“ Die Delegierten johlen. Jetzt ist Wahlkampf.

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