Fr., 26.02.2016

Beben-Gefahr Atomkugeln aus Jülich nach Ahaus?

 Das Archivbild zeigt Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich in einer Lagerhalle.

 Das Archivbild zeigt Castor-Behälter im Forschungszentrum Jülich in einer Lagerhalle. Foto: dpa

Düsseldorf/Ahaus - 

Es sind beunruhigende Aussichten für die Region rund um Düren: Einer Studie von Wissenschaftlern der britischen Universität Cambridge und der Uni Mainz zufolge muss hier langfristig das Risiko eines schweren Erd­bebens mit einer Magnitude von 6,8 einkalkuliert werden.

Von Hilmar Riemenschneider

Mitten in diesem seismografischen Zentrum liegt der Forschungsreaktor in Jülich, für dessen hoch radioaktiven Reste – 288.000 Brennelemente lagern dort – immer noch keine Lösung gefunden ist. Wegen der ­Beben-Gefahr sollen die in 152 Castorbehältern ein­geschlossenen Atomkugeln sicher gelagert werden.

Dafür werden drei Szenarien geprüft: Ob die lokale Option – der Bau eines neuen erdbebensicheren Zwischenlagers am Forschungszentrum Jülich selbst – unter den Vorzeichen der Cambridge-Studie noch weiter verfolgt werden kann, ist derzeit offen. Die Alternative wäre dann, die Behälter ins 170 Kilometer entfernte Brennelemente-Zwischen­lager Ahaus zu transportieren. Ein Export in die USA ist rechtlich umstritten.

Derzeit prüft das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter das seismische Gutachten. Für den Grünen-Energieexperten im Bundestag, Oliver Krischer, steht nun fest, „dass der Bau des Forschungsreaktors Jülich eine gefährliche Fehl­planung war“. Die Bundes­regierung müsse nun den Bau eines ­bebensicheren Zwischen­lagers in Jülich ermöglichen. Einen Transport nach Ahaus lehnt er ab: „Erdbeben machen vor Landkreisgrenzen keinen Halt.“

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