Di., 29.08.2017

„Wege dürfen nicht zu lang werden“ Land will flächendeckende Geburtshilfe

Karl-Josef Laumann

Karl-Josef Laumann

Düsseldorf - 

Das zunehmend dünnere Netz von Geburtskliniken in NRW beobachtet die neue Landesregierung besorgt. 

Von Hilmar Riemenschneider

„Die Frage der Geburtenstationen können wir nicht dem Zufall überlassen“, reagierte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ( CDU) auf die Entwicklung, dass immer mehr Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen und infolge sinkender Geburtenzahlen ihre Kreißsäle schließen. „Ich ­sehe ein, dass Krankenhäuser gewisse Fallzahlen brauchen, um wirtschaftlich zu arbeiten“, sagte der Minister dieser Zeitung.

„Aber die Wege dürfen nicht zu lang werden.“ Laumann kündigte an, er werde in seinem ­Ministerium eine Projektgruppe einrichten, die sich um die Zukunft der Geburtshilfe in NRW kümmern werde. „Von ihr erwarte ich mir Vorschläge, wir müssen uns um das Thema kümmern.“

In NRW führten 1991 noch 232 Kliniken eine Geburtshilfe-Abteilung, 2012 waren es nur noch 168 und 2016 noch 155. Seitdem wurden aber weitere Stationen geschlossen. Die Krankenhausgesellschaft NRW bedauerte die Entwicklung, verwies dabei auf die seit 1991 von 200.000 auf 160.000 gesunkene Zahl von Geburten.

Besonders ausgedünnt wurde das Angebot in Laumanns Heimatkreis Steinfurt. Dort gibt es nur noch zwei Krankenhäuser, in denen Schwangere entbinden können. Bisher scheine das Angebot zu funktionieren, resümierte der Minister. Er blickt dennoch skeptisch in die ländlichen Regionen und schließt auch ein finanzielles Engagement nicht aus: „Wenn aber die Wege zu lang werden, muss man ­womöglich über Sonder­zuschläge reden, um eine Versorgung aufrechtzuerhalten.“

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