Sa., 07.10.2017

Drogenverkauf im Internet Die Sucht aus dem Netz

Drogenverkauf im Internet : Die Sucht aus dem Netz

Der Onlineversand synthetischer Drogen spielt eine immer größere Rolle. Foto: colourbox.de

Münster/Düsseldorf - 

Die Kunden werden immer jünger, das Gift immer gefähr­licher und die Ermittlungsbehörden kämpfen an vielen Fronten: Der Handel und der Konsum von synthetischen Drogen (unter anderem kristallines Methamphetamin) und sogenannter „Legal Highs“ nimmt bundesweit immer stärker zu.

Von Frank Polke

In einigen Grenzregionen in Bayern oder Sachsen verkaufen Dealer vor allem das hoch­gefährliche Crystal Meth sogar in unmittelbarer Nähe zu Schulhöfen. Auch in Nordrhein-Westfalen weist der aktuelle Rauschgiftbericht eine Zunahme der Delikte im Zusammenhang mit dem Schmuggel von Amphetaminen um 40 Prozent auf.

Dabei spielt der Onlineversand der synthetischen Drogen eine immer größere Rolle und hat vielerorts den ­Straßenhandel fast verdrängt. „Das online im Inter- und Darknet angebotene Rauschgift gelangt in der Regel auf dem Postweg zu den Kunden. Typisch für das Phänomen ist die missbräuchliche Nutzung von Firmen- oder Privatanschriften als Scheinabsender und eine neutrale Umverpackung der zumeist vakuumierten Rauschgiftbehälter“, heißt es im Rauschgiftbericht des Landeskriminalamtes NRW.

Noch schlimmer: Die Betäubungsmittel und Rauschgifte, die im Internet angeboten werden, weisen einen sehr hohen Wirkstoffgehalt auf. Er wird in Online-Shops für Heroin, Kokain und Crystal Meth mit 70 bis 90 Prozent angegeben.

Eine verhängnisvolle Dosierung. Gerade das vor­wiegend in tschechischen Drogen­labors produzierte Crystal Meth weist schon beim ersten Konsum eine hohe Sucht- und Abhängigkeitsgefahr auf. Einer Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Sucht­forschung an der Universität Hamburg zufolge konsumieren auch „normale Arbeitnehmer“, Schüler und ­Studierende Crystal Meth als leistungsverstärkendes Aufputschmittel.

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Die fatalen Folgen dieses Konsums werden dabei noch immer unterschätzt. Mediziner wissen, dass viele „Legal Highs“ und Crystal Meth das Nerven­system schwer schädigen können. Weitere Folgen sind Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Zahnausfall, Herzprobleme, Hautentzündungen und Psychosen.

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