Innenausschuss befasst sich mit Sicherheit
Dünn besetzte Bundespolizei muss Bahnhöfe vernachlässigen

Düsseldorf -

Jede zweite Wache der Bundespolizei an den Bahnhöfen in NRW ist nachts nicht mehr besetzt. Das sei eine Folge der massiven Personalnot, mahnte der Chef der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst Walter, vor dem Innenausschuss des Landtags. Der befasste sich am Donnerstag auf SPD-Antrag mit der Sicherheitslage an den Bahnhöfen. Nicht zuletzt die Tatsache, dass immer noch viele Beamte zur Grenzsicherung nach Bayern abkommandiert seien, erschwere die Situation.

Donnerstag, 11.01.2018, 21:01 Uhr

Am Dortmunder Bahnhof läuft die Zusammenarbeit der Polizei vorbildlich.
Am Dortmunder Bahnhof läuft die Zusammenarbeit der Polizei vorbildlich. Foto: dpa

Immerhin: Ab April sollen 40 Beamte zurück nach NRW kommen. Unabhängig davon fehlen der Bundespolizei nach Schätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW zwischen 700 und 1000 Beamte, bundesweit seien es bis zu 16.000. An „kleineren Bahnhöfen“ wie Gelsenkirchen werde darum oft direkt die Landespolizei zur Unterstützung gerufen. „Wir finden es wichtig, dass die Sicherheitskooperation mit der Landespolizei ausgebaut wird“, betonte GdP-Experte Berthold Hauser. Doch im Alltag gilt meist: „Jeder macht seins.“

Positive Beispiele für eine enge Zusammenarbeit berichtete der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. Weil dort Beamte von Bund und Land gemeinsam operierten, sei die Deliktzahl bei Raub und gefährlicher Körperverletzung 2017 auf den stadtweit wohl niedrigsten Wert gesunken. Noch enger, nahezu vorbildlich, laufe die Kooperation in Gronau, wo sechs Bundesbeamte in einer Wache mit den Kollegen des Landes täglich zusammenarbeiten, berichtete Thomas Mischke (Kleve), Vorsitzender des Verbandes Bundespolizei beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Er forderte die Landesregierung auf, in NRW als Pilotprojekt die Aufgaben der Landesleitstelle in Duisburg auf Bundespolizei und Zoll auszuweiten. Das spare wertvolle Reaktionszeiten.

Ihr Ideal gemeinsamer Wachen wähnten alle Experten indes in weiter Ferne. Zuvor müsse darum die Kommunikationsstruktur besser werden. Doch da fehle es selbst an einfachsten technischen Mitteln wie Smartphones. Zuständig hierfür wäre aber die Bahn.

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