Tarife
50 Branchen zahlen Tariflohn unter 10 Euro: Zahl nimmt ab

Düsseldorf (dpa/lnw) - In 50 Branchen in Nordrhein-Westfalen werden noch Tariflöhne von weniger als zehn Euro pro Stunde gezahlt. Das geht aus dem Tarifspiegel 2017 hervor, den das Arbeitsministerium am Freitag in Düsseldorf veröffentlicht hat. In elf Branchen werden demnach sogar noch nach abgeschlossener Berufsausbildung Tariflöhne unter zehn Euro gezahlt. Das gilt vor allem in typischen Frauenberufen wie Friseurin oder Verkäuferin. Die Zahl der Branchen mit Niedrig-Tariflöhnen nehme aber stetig ab, betonte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Freitag, 09.02.2018, 13:02 Uhr

Euro-Münzen stehen gestapelt auf einem Tisch.
Euro-Münzen stehen gestapelt auf einem Tisch. Foto: Oliver Berg

«Wir brauchen überall faire Löhne», forderte Laumann . Dies seien für ihn Tariflöhne - auch, um den Fachkräftebedarf zu sichern. Deshalb seien im Pflegebereich flächendeckend Tarifverträge nötig.

In sechs Branchen wurde der tarifliche Mindeststundenlohn gegenüber dem Vorjahr auf mindestens zehn Euro angehoben: im Wach- und Sicherheitsgewerbe, bei Gebäudereinigern, Herrenmaßschneidern, Landmaschinenmechanikern sowie in diversen Baustoffbranchen und in der Pflege. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums 130 Verbandstarifverträge ausgewertet.

Demnach arbeiten in NRW 63 Prozent aller Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Damit liege NRW im Ländervergleich vorn. In einigen Branchen sind Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt worden, das heißt sie gelten auch, wenn Arbeitgeber nicht Verbandsmitglied oder Arbeitnehmer nicht in der Gewerkschaft sind. NRW-Branchen mit allgemeinverbindliche Tarifverträgen sind etwa die Bandweberei, das Friseurhandwerk sowie einzelne Gruppen in Hotels und Gaststätten sowie im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Bundesweit ist der Tarifvertrag für Schornsteinfeger allgemeinverbindlich.

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